Sonntag, 1. Februar 2009

Warum Blogs?


Die Frage sollte vielmehr lauten: warum Bloggen? Wahrscheinlich ist es tatsächlich die Tätigkeit des Schreibens und Kommentierens die die eigentliche Faszination für mich ausmacht, weniger die Endprodukte die man zu Gesicht bekommt. Vermutlich wird im Netz ohnehin mehr geschrieben als gelesen.

Einer meiner Professoren meinte einst auf die Frage was Wissenschaft eigentlich ausmache, dass es nicht darum gehen könne irgendeine Wahrheit zu finden, die Welt zu verändern, oder sich zu verewigen. Der Forscher treibt mit dem was er tut seine eigenen Dämonen aus.

Die einzigen Dämonen die mir heute vor die Augen gekommen sind waren auf der Rückseite meiner Count Chocula Packung. Trotzdem hat dieser Gedanke sein Schönes - auch im Hinblick auf das Bloggen. Ich habe mir diesmal weniger Regeln auferlegt und weniger Pläne geschmiedet im Hinblick darauf was ich hier präsentieren will und welches Publikum ich erreichen will. Aber gerade das macht es für mich spanend. Ich wollte wieder eine Ausgangsbasis für Ideen und Projetke haben die ich schon seit geraumer Zeit und erst recht seit der Funkstille Ende letzten Jahres realisiern wollte.

Dies ist kein deconstructingalex 2.0. Dieses Blog ist nicht nur tot, sondern hat auch schon angefangen streng zu riechen. Manche Leute würden sagen das liegt an meinem Stil, aber das ist was anderes. Alle früheren Leser die mich treu durch mein erstes Jahr in New York City begleitet haben möchte ich einladen auch die nächste Phase mit mir gemeinam durchzustehen. Seit aber gewarnt, die meiste Beiträge auf deconstructingalex hätten hier nichts verloren und vieles von dem was ich hier anbieten möchte wäre dort vis-á-vis Fehl am Platz gewesen. Aber was das alles bedeutet wird sich noch zeigen. Kirschen pflücken mit Oma kann ich jedenfalls anderswo.

Dazu kommen auch ganz profane technische Erwägungen. Wordpress und das Design Template auf meinem alten Server haben mich genervt und sehr viel Zeit gekostet. Man glaubt gar nicht wie vieles bei einem Blog nicht funktionieren kann. Das Meiste, meistens. Daher genieße ich es jetzt einen Schritt zurückzutreten und mich dem Evil Empire Blogger und seinen technischen Beschränkungen zu fügen. Das bedeutet weniger Freiheit, dafür aber mehr Zeit zum Texte schreiben. Das alte Blog und die Domain werden noch bestehen bis mein Vertrag mit dem Anbieter ausläuft.

Also, alles neu macht der, öhm... Januar. Ich gelobe, dass dies die vorerst letzte reflexive Selbstbeweihräucherung bleibt.

6 haben auch 'ne meinung:

h-master hat gesagt…

bevor der vertrag mit dem alten anbieter ausläuft, solltest du ihn besser abdichten
sorry

ja nein. natürlich begrüße ich die revitalisierung deiner datenpornographischen selbstentblößung und möchte dies hiermit auch kund tun. ich selbst erinnere mich nur zu gut, vor wie vielen sinnlosen prüfungen und sonstigen terminen mich das schreiben endloser texte gerettet hat...

in diesem sinne viel frohen mut für die neue aufgabe. ich hoffe ganz stark, dass du diesmal nicht schon wieder in eine mischung aus scheinfakten und rührselschmonses abrutschst sondern endlich einmal die wahrheit über die usa oder einfach auch nur das leben schreibst: das nämlich alles in ordnung ist!

der h-master

lösch mich-master hat gesagt…

[lösch mich]
ist es eigentlich gewollt, dass die kommentarfunktion teilweise auf spanisch daherkommt? (das grüne neben dem icon - gleich steht da "2 Comentário")

außerdem krieg ich ne fehlermeldung, wenn ich beim comment-profile auf "anonymus" gehe
[/lösch mich]

Anonymous hat gesagt…

ich dachte das spanisch sei irgendwie cool ;)

mr.plow hat gesagt…

also ich hatte keine probleme mit anonymem posten. aber an sich fände ich es besser, wenn die leser ihren namen preisgeben würden. oder einen erfinden.

Christian hat gesagt…

ich bin wieder dabei!
schon allein, weil ich weiß, wie kacke es ist, wenn man schreibt und niemand liest es ;)

Daniel H. hat gesagt…

"Vermutlich wird im Netz ohnehin mehr geschrieben als gelesen." -> Das glaube ich kaum. Wenn geschätzte 100 Journalisten jeden Tag zig News schreiben, die jeden Monat mehrere Millionen User lesen (z.B. Spiegel Online), widerspricht das deiner Aussage. Aber ja, generell hat man schnell den subjektiven Eindruck, dass mehr geschrieben als gelesen wird. Glaube ich aber überhaupt nicht.

"also ich hatte keine probleme mit anonymem posten. aber an sich fände ich es besser, wenn die leser ihren namen preisgeben würden. oder einen erfinden." -> also ich fände es viel besser, wenn der Autor seinen Namen preisgeben würde. Zumindest in einem Impressum!

Wegen Wordpress und Blogger: Das ist ein seltsamer Grund. Du hättest ja auch einen fertigen Account / Blog von Wordpress nehmen können, musst ja nicht die runtergeladene und upgedatete Version auf einem Server installieren. Und dann hättest du vermutlich sogar noch mehr Komfort mit WP 2.7 gehabt - das Admin-Menü ist als Wordpress-Server-User echt kinderleicht zu bedienen.

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