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Sonntag, 28. Juni 2009

Deep-fried Utopia

Ich habe vom Dessert der Götter gekostet. Amerikanisches Süßwerk trifft in einem kosmischen Spektakel auf britische Frittiertechnologie. Wie sonst könnte hochverdichtetes Nugat, zarte Vollmilchschokolade und dickflüssiges Karamell in Riegelform gepresst und in einen knusperfett-angereicherten Atomschlag gegen die Ernährungspyramide verwandelt werden?

Die heilige Dreifaltigkeit:

1. deep-fried Twinkie. Der verlängerte Finger Gottes. Der feine Twinkieteig ertränkt sich in Öl, nur um in Puderzucker und Preiselbeersoße seine Wiederauferstehung zu feiern.

2. deep-fried Snickers. Die Ode an die Freude unter den Desserts. Eine Hymne an die vollkommenste aller Nüsse (die Erdnuss), komponiert aus geschmolzenem Nugat und schokoladigen Wonnen.

3. deep-fried Bounty. Ein Urlaubsersatzriegel in sündhaft-knusprigem Friettiermantel. 5 Sterne Gaumenservice, einschließlich Schoko-Kokos Orige. Alles one-way.

Wenn Deep-frying offiziell den Status einer Religion zugesprochen bekommt, gehe ich unter die Fundamentalisten. Auf der Tischdecke sieht man übrigens Fotos aus Lady Dianas Leben. Rechts mit Pavarotti, darunter auf ihrer Beerdigung. Ob die beiden hier gespeist haben?

Samstag, 30. Mai 2009

Finally Master ... of Procrastination

Es ist amtlich: ich habe etwas getan das in dieser Gesellschaft als Leistung durchgeht. Ich darf mich nun offiziell "Meister" nennen. Früher haben die Leute ihren "Meister" in Automechanik oder im Brötchenbacken bekommen. Andere Meister hatten lange Bärte und konnten die 12 besten Krieger des Reiches in 30 Sekunden ausschalten ohne sie vorher den Boden berühren zu lassen. Ich bin nun Meister der Soziologie und kann weder Keilriemen wechseln noch "die tanzende Klapperschlange" gegen meine Feinde einsetzen. Was es nun genau ist das ich gelernt habe weiß ich nicht. Es wurde mir nicht beigebracht. Das einzige was mir meine alten Meister auf den Weg gegeben haben waren die Worte "ich hoffe du hast Verwandte in der Wirtschaft".

Bereits nach kurzer Lektüre der aktuellen Stellenanzeigen wird eines klar: junge Menschen mit höheren Bildungsabschlüssen sind in der Wirtschaft äußerst unbeliebt. Personalleiter zählen sie zu der gleichen Gruppe von Versagern wie den Rest, nur mit höheren Gehaltsforderungen und der Erwartung mit Respekt behandelt zu werden. Manche Bewerbungsratgeber legen nahe, das Studium möglichst unerwähnt zu lassen und stattdessen bisherige Arbeitserfahrungen hervorzuheben. Ich frage mich, welcher Teil davon gemeint sein könnte: das Kaffeekochen am Institut, die Arbeit für das Callcenter dessen Betreiber mittlerweile in 7 europäischen Ländern polizeilich gesucht wird oder das Training im Bildungscamp der Junganarchisten. Vielleicht hätte ich bessere Chancen auf dem Jobmarkt, wenn ich mein Diplom verbrenne und mir von einem Dunkin‘ Donuts Filialleiter ein falsches Arbeitszeugnis für die letzten 5 Jahre ausstellen lasse.

So verlockend dieser Gedanke erscheint, eine Sache würde mir dann abhanden kommen: der Respekt meiner amerikanischen Mitmenschen. Ich war erstaunt und überwältigt zu erfahren welchen Stellenwert Bildungsabschlüsse in diesem Land genießen. Jeder dem gegenüber ich die langweilige Graduierungsfeier erwähne, übergießt mich mit warmen Glückwünschen. Fast bekommt man das Gefühl, die letzten 5 Jahre seines Lebens unter finanziellen und menschlichen Entbehrungen nicht sinnlos vertan zu haben. Ganz anders in Deutschland. Wer beim Prüfungsamt mit zitternder Hand die mühsam gesammelten Scheine der finster starrenden Sachbearbeiterin entgegen streckt, bekommt meist nicht mehr zurück als ein frostiges "Was haben sie so lange gebraucht?" oder "Der Stempel auf diesem Formular ist zu blass, wenden sie sich an ihr Institut".

Beim nächsten Familientreffen sieht es nicht anders aus: Während in den USA die Eltern extra vom Guerilliakampf aus Venezuela einfliegen, nur um in Tränen zu sehen wie ihrem Töchterchen das Diplom überreicht wird, hört der erfolgreiche Absolvent in deutschen Landen eher Ermutigungen wie "Was!? Ich dachte du bist schon seit 2 Jahren fertig!" oder "Prima, dann brauchen wir dir für diesen Monat keinen Unterhalt zahlen!" Allerdings habe ich hier in den USA einen Verdacht. Die Banken welche den hiesigen Studenten Kredite im fünfstelligen Bereich gewähren, haben Eltern und Bekannte auch gleich vertraglich dazu verpflichtet stolz auf ihre Sprösslinge zu sein. Wenigstens eine Sache die in der derzeitigen Wirtschaft reibungslos funktioniert.

Mittwoch, 13. Mai 2009

Return to Thunder Mountain


Der Sommer hat auch sein gutes. Nachdem ich mich vermehrt über diese Jahreszeit entrüstet habe, muss ich zugeben, dass man viele Dinge am besten bei sonnigem Wetter macht. Rumballern, zum Beispiel. Zugegeben, der Staat New York stellt sich mit Schusswaffen etwas weinerlich an. Was würden wir da ohne den netten Nachbarn westlich des Hudson River tun? New Jersey, das Brandenburg der Ostküste, bietet das geladene und entsicherte Naturerlebnis für die ganze Familie.

Die Butterbrote sicher unterm Sitz verstaut, mache ich mich mit ein paar Bekannten auf den Weg über die George Washington Bridge hinein in die Freiheit. Die Stimmung ist gut, zwei meiner Mistreiter feiern mit diesem Ausflug ihren Geburtstag. Nach einer Stunde Fahrt signalisiert ein großesformatiges gelbes Schild das nahende Ziel. Normalerweise nehme ich nur ungern Abfahrten mit Namen wie "Thunder Mountain" (selbiges gilt für "Death Valley" und "Plains of Pain"), aber das Fadenkreuz in der oberen Ecke des Verkehrszeichens erweckt mein Vertrauen.

Angekommen im Besucherzentrum der weiträumigen Anlage, fühle ich mich gleich wie zuhause. Die Einrichtung versprüht rustikalen Berghüttencharme. Das Muttchen am anderen Ende der Theke fragt ob sie uns nicht ein paar Kekse und eine Tasse Kaffee bringen kann. Ich lehne höflich ab. Kekse habe ich auch zuhause. Mit warmem Lächeln will sie wissen welche Munition es denn sein soll. Ich frage ob der Laden auch die neuen Organschredderprojektile führt, von denen man so viel im Fernsehen hört. Leider nein, aber ich könne nächstes mal gerne meine eigene Munition mitbringen, solange ich keine internationalen Menschenrechtskonventionen verletze.

Im kaminbeheizten Warteraum vergehen die Minuten bis unser Instructor eintrifft. Ich schmökere in einer älteren Ausgabe von Ducks Unlimited. Ich erfahre, dass Pine Acre Labrador Retrievers zu den beliebtesten Jagdhunden gehören, weil sich schon die Welpen das meiste selbst beibringen und alles tun um ihr Herrchen zufriedenzustellen. Also ganz anders als mit den eigenen Kindern.

Für diesen Nachmittag begnügte ich mich damit auf bewegliche orangefarbene Scheiben zu schießen. Als mir beim ersten ungeschickten Feuerversuch der Rückstoß fast das Gebiss ausschlägt, muss ich mich fragen wie so viele Amerikaner den Sommer ohne Krankenversicherung überstehen. Zwischenfälle gab es aber sonst keine. Niemand hat dem anderen ins Gesicht geschossen. Das soll ja selbst bei erfahrenen Jägern öfters mal vorkommen. Ein rundum gelungener Sonntag also.

Mittwoch, 6. Mai 2009

German vs. American Comdey: Proof me wrong...

Warum deutsche Comedy mehr Schlagfertigkeit braucht: John Stewart



Warum deutscher Comedy politisches Rückgrat fehlt: Bill Maher



Warum deutsche Comedy keinen Sprachwitz kennt: Chris Rock



Warum deutsche Comedy kein Selbstironie versteht: Woody Allen



Warum deutsche Comedy keine Persönlichkeiten hat: Stephen Colbert

Montag, 4. Mai 2009

Ich bin's Nu(h)r? In den Staaten ist mehr drin

Langsam kommt bei mir der Gedanke an bald wieder in Deutschland zu leben. Im Schlepptau befinden sich Angst und Unsicherheit. Sozialistisches Utopia hin oder her – werde ich ohne die lieb gewonnen kulturellen Institutionen der Staaten wirklich frohen Mutes meinem Tagewerk nachgehen können? Was wird aus ethnischer Vielfalt, Optimismus und Deep-fried Twinkies? Noch gravierender: was wird aus meinem Wohlbefinden ohne regelmäßige Dosis sozialkritischer Comedy?

Man kann über das US-Fernsehen sagen was man will, aber wenn ich (Achtung, Rhetorik!) abends den Fernseher einschalte, kann ich mir sicher sein auf einem der 475 Kabelsender die an unserer WG anliegen ein Gesicht zu finden das mir erklärt wie die Welt in Zeiten von Finanzkollaps, Folter und Killerviren wirklich ist: witzig. Stephen Colbert, John Stewart, Bill Maher, Conan O’Brien und (unfreiwillig) Bill O’Reilly ersetzen gerne mal die Abendnachrichten, weil sie es verstehen absurd aber clever das Zeitgeschehen einzufangen. Wen haben wir auf der anderen Seite des Atlantiks? Das witzigste Gesicht im deutschen Fernsehen ist das von Horst Köhler, der seinen Beruf leider knapp verfehlt hat.

Bevor ich Deutschland für die letzten zwei Jahre den Rücken kehrte, tendierte mein Interesse für TV-Comedy gegen Null. Meiner damaligen Erfahrung nach gab es durchaus Dinge die überzeugend und nachhaltig komisch waren: sächselnde End-30er auf viel zu großen Bühnen in nicht altersgerechtem Schuhwerk gehörten nicht dazu. Stand-Up Shows und Late Night Television haben mir gezeigt, dass Menschen die witzig sein wollen es auch können—nur nicht in Deutschland. Diese Kritik auch an anderer Stelle zum Mantra geworden. Aber so leicht wollte ich nicht aufgeben. Ich habe in den letzten Tagen mittels der Nominierungslisten des Deutschen Comedy Preises—vermutlich das who-is-who der mittlerweile früh-40er im Komödienstadl—mein Gedächtnis wieder etwas aufgefrischt.

Ein Fehler, wie sich herausstellte. Seit dem sein Hauptbrennstoff—Geschlechterwitze—verbraucht ist, schrumpft Mario Barth, einst der helle Riese am Deutschen Comedy-Himmel, zu einem weißen Zwerg zusammen. Rüdiger Hoffman versenkt ab und zu einen Lacher, nur leider mit einer Dichte von Eins pro Stunde. Olaf Schubert beweist, dass am liebsten immer noch aus obszönem Mitleid gelacht wird. Michael Mittermeier würde mit seiner dümmlich-drolligen Art nerven, selbst wenn man ihn nur beim Bäcker träfe. Michael Bully Herbig versteht es sich zu inszenieren, kann aber nur schwer seine mangelnde Beobachtungsgabe wettmachen. Bei Hella von Sinnen, Anke Engelke und Atze Schröder sind die Namen der witzigste Teil der Show. Dieter Nuhr, der hartnäckige Hoffnungsträger des Landes, macht aus seinem Abitur zwar kein Geheimnis, hinterlässt mit seiner austauschbaren Bühnenpersona und dem Charme eines ernüchterten Gymnasiallehrers leider trotzdem keinen bleibenden Eindruck.

Das Kriterium „sozialkritisch“ habe bei dieser Aufzählung gar nicht erst angewendet, denn sonst hätte ich mir die Gegenüberstellung gleich ganz sparen können. Was soll man da noch sagen? Richtig. All jenen die mir bis hierhin gefolgt sind, kann ich nur raten bei Bedarf ihr Sprachkulturlexikon rauszukramen und sich mit mir an Klassikern wie Chris Rock, Woody Allen, George Carlin, Jerry Seinfeld, David Letterman, Richard Pryor sowie den oben genannten Frontläufern zu erfreuen. Reicht ja auch.

Freitag, 1. Mai 2009

Social Warriors


Fabrikarbeiter im Fernsehen um ihre Jobs kämpfen lassen? Kapitale Idee! Ich frage mich wieso das niemandem schon früher eingefallen ist. So viele Massenentlassungen hätten uns mit adrenalingeladenen Dramen den Feierabend versüßen können.

Deutschland sollte sich auch was einfallen lassen. Wie wäre es mit:

The Gay Challenge!: Welches der drei Schwulenpärchen schafft es unversehrt ein Fußballspiel im Fanblock des FC Bayern München zu überstehen? Kleiner Tipp: keines.

Ich krieg Harz IV, holt mich hier raus!:Managen sie ein vierköpfige Familie mit 100 Euro ALGII. Wessen Kind zuerst an Skorbut erkrankt ist raus.

Das Kassenpatientenduell: Bewerben können sich alle Kandidaten die weniger als 4 Wochen zu leben haben, wenn sie keine angemessene Behandlung bekommen. Nur wer die beste Strategie im Wartezimmer und vor Gericht hat bekommt rechtzeitg das volle Leistungspaket!

Freitag, 17. April 2009

Truthiness at Last!


Jon Stewart und Stephen Colbert in einer Woche. Was soll jetzt noch kommen?

Bleibt nur die Frage nach dem direkten Vergleich: wer von beiden hat den längeren Schreibtisch? Beide Shows nehmen sich auf dem Bildschirm nicht viel. Beide Comedians sind fanatische, über-professionelle Perfektionisten. Während Colbert jedoch auch hinter der Kamera den Zuschauern einheizt und zu Späßen mit der Crew aufgelegt ist, könnte Stewart mit seiner Mimik mühelos ein Pokergame gewinnen.

Jon besticht durch ironische Distanz und kritischen Biss. Colbert möchte man am liebsten mit nach hause nehmen. Zum ersten Mal wurde mir wirklich bewusst warum Mr. Handsome fast jede Show gegen Homosexuelle wettern muss ("number one threat to the country").

Außerdem sollte Stewart endlich aus seinem linksliberalen Dornröschenschlaf erwachen. The storm is coming...

The Colbert ReportMon - Thurs 11:30pm / 10:30c
The Colbert Coalition's Anti-Gay Marriage Ad
colbertnation.com

Der Rest (man achte auf suspekte Gestalten im Publikum).

Mittwoch, 15. April 2009

Moment of Zen

Da schaffe ich es schon mal in Jon Stewarts Stube - und wer schaut vorbei? Ein kontroverser Polit-Schaumschläger oder B-Promi (Ben Affleck kommt übermorgen)? Nein. Ron Darling, Ex-Spieler der New York Mets, tronte stoisch auf dem Bürostuhl auf der anderen Seite des Interview-Tisches. Nebenbei hat er etwas von Baseball erzählt. Dabei müsste er zuhause sitzen und schmollen. Das erste Spiel im neuen Stadion: gnadenlos vergeigt. Wieso muss mir das immer passieren? Aber bin versöhnlich gestimmt. Wer kann diesem Gesicht schon etwas übel nehmen?

The Daily Show With Jon StewartM - Th 11p / 10c
Road to the Doghouse - Bo Obama
thedailyshow.com

Der Rest.

Mittwoch, 18. März 2009

Winter Wonder Land


Ich habe es gestern tatsächlich mal zu einem NHL Game geschafft. Im opulenten Prudential Center. Gespielt haben die New Jersey Devils gegen die Chicago Blackhawks. Wir (New Jersey) haben natürlich gewonnen. Gewalt gab es zum Glück auch.


Leider musste aus Kostengründen die Nationalhymne von den Zuschauern selbst gesungen werden.


Kaum ging das Spiel los...


lagen die Devils auch schon in Führung...


was die 99% Devils Fans im Stadion durchaus zu schätzen wussten. Ich war ja insgeheim für die Blackhawks. Aus Mitleid.


Geknuddelt wurde natürlich auch...


nach dem 3:2 Sieg allerdings nur noch bei den Devils.


Die Fans waren aus dem Häuschen. Aber der Star des Abends...


war natürlich das Tornetz der Devils, das tapfer bis zur letzten Minute mit überragendem Einsatz für seine Menschaft gekämpft hatte.


Hmmm...

Die ganze Show.

Montag, 16. März 2009

Take the Money and Run



Ah, spring break! Die ideale Gelegenheit endlich meine Steuererklärung Steuererklärung Steuererklärung zu machen . Ganz recht, nur weil man kein Resident ist und keinerlei Einkommen in den USA hat, bedeutet das noch lange nicht, dass man den freundlichen Bürokraten des Federal Government entkommen kann.

Allerdings weiß ich nicht genau für wen ich in den Formularen die ganzen Nullen (baut übrigens ungemein auf) überhaupt eintrage. Wer bekommt denn nun meine nicht existenten Steuergelder? Der Bundesstaat? Der Staat New York? Die Stadt? Die lokale Verwaltung? Die UNO? Nein, die bestimmt nicht. Eines steht fest, das Amerikanische Steuerrecht ist--im Gegensatz zu dem was oft in Deutschland behauptet wird--nicht wirklich simpler.

Ich bin gespannt ob ich etwas zurück bekomme.

Sonntag, 1. Februar 2009

Indiscretion #243

Ich sitze gerade in der Küche, in der einen Hand eine Tasse Kaffe, in der anderen einen Teller mit einem Stück von diesem köstlichen Zupfkuchen frisch gekauft in der polnischen Bäckerei gegenüber. Auf meinem Schoß liegt die Samstagsausgabe der New York Times, natürlich. Ein perfekter Nachmttag, wenn nicht diese lauten Stimmen und Kinderschreie aus der Nachbarswohnung immerzu die Stille des Augenblicks durchbrechen würden.

Ich höre genauer hin. Die Wände in der Küche sind einfach zu dünn. Eine männliche Stimme singt etwas, es handelt sich um ein Geburtstagsständchen. Kinderlachen. Danach unverständliche Worte. Entweder die Wände sind doch zu dick um eine gute Akustik zu gewährleisten oder es handelt sich - sehr wahrscheinlich - um eine Migrantenfamilie. Ich stelle mir eine Ethno-Kindergeburtstagsfeier vor, aber alles was mir einfällt sind Szenen aus alten Italienischen Filmen.

Vielleicht sollte ich mal anklopfen und nach Kuchen fragen, aber davon habe ich bereits genug. Außerdem regt das Gehörte wenigstens die Fantasie an. Ich stelle mir vor wie das Kind sein Nintendo Wii auspackt und dabei fast an seiner eigenen Freude erstickt:


Die Großeltern, von irgendwo weit, weit her eingeflogen, sind gerade sicher auf dem Hudson River gelandet. Opa fragt sich ob man den Bengel nicht zu sehr verwöhnt habe. Die Eltern sind gestresst, aber erfreut, dass niemand von den jüngeren Gästen die Küche angezündet hat. Ich ebenso. Der Patriarch der Familie trohnt am Kopf der Tafel und teilt die Pepperonipizza auf, bis jemand bemerkt, dass versehentlich vegetarisch geliefert wurde. Alle regen sich auf, die Tante reißt versehentlich einen Stapel Teller um, aber alle denken das sei als Zeichen der Empörung gemeint und tun es ihr nach.

Plötzlich klingelt es an der Tür. "NYPD! Wir haben Beschwerde wegen Ruhestörung vorliegen." Nachdem der Gesetzeshüter hereingebeten und mit schmackhafter vegetarischer Pizza versorgt wurde hat Opa eine kardinale Idee. Wieso nicht alle Wii Bowling spielen um die erhitzten Gemüter zu beruhigen? Gerade nochmal gut gegangen.



Als ich wieder zur Besinnung komme ist mein Kaffee bereits kalt. Was für ein erlebnisreicher Nachmittag. Und das ohne vom Stuhl aufzustehen. Allerdings frage ich mich wie es Nintendo geschafft hat selbst in meinen Tagträumen Werbung zu schalten. Wahrscheinlich ein neuer Google Service.

Samstag, 31. Januar 2009

Comfortable on Sundays


Obama verschärft die amerikanischen Waffengesetze. Da heißt Farbe bekennen, auch wenn es rosa ist. Wer bei der nächsten Freilassungswelle von Guantanamo Häftlingen sein Schicksal nicht der korrupten Obrigkeit überlassen will, sollte gerüstet sein.

Oder Gleich die ganze Familie schützen, mit einem nahkampferprobten und im Umgang mit automatischen Schusswaffen versierten Hausbären. Wer jetzt kauft bekommt eine Rolle Geschenkpapier umsonst.


Freitag, 30. Januar 2009

Guantanamo Baywatch


Konservative Politiker schüren Angst. Was wenn die neue Regierung auf die Idee kommt die aktuellen Häftlinge aus Guantanamo auf das amerikanische Festland zu überführen? Die "illlegalen Kombatanten" bedrohen die letzten treuen Wähler der Republikaner in den ländlichen Regionen Iowas und Missouris.

Aber es besteht Hoffnung auf Aussöhnung. Denn allzu oft handelt es sich bei den Internierungsdramen lediglich um Missverständnisse: