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Samstag, 15. August 2009

Authentischer Natururlaub in Brandenburg


Einige würden sagen, die Tourismusbranche in Brandenburg sei verzweifelt. Aber die haben keine Ahnung was den urban-isolierten Großstadtpopulationen Deutschlands einen Besuch wert ist. Nach "Zelten im Wald" und "Urlaub auf dem Bauernhof", gibt es nun eine Reihe neuer authentischer und ökologisch nachhaltiger Erlebnisangebote. So bekommen die eigenen Kinder zwischen Metal Gear Solid 4 und Flatrate-Puffs zu sehen, welche Schätze Mutter Natur noch auf Lager hat. Davon gibt es in Brandenburg vielleicht weniger als anderswo, aber zumindest die Ausschilderung bleibt unübertroffen.

Samstag, 11. Juli 2009

Die Domestizierung des Mannes


Welche Frau wünscht sich das nicht -- den Tiger für's eigene Schlafzimmer (schwarze Lederschuhe und dicker Mann nicht im Paket enthalten). Sehr gut geeignet für alle Ehemänner die nicht nur im übertragenden Sinn als Bettvorleger enden wollen.

Aber was es mit dem Elefanten auf sich hat, muss mir nochmal jemand erklären...

Dienstag, 7. Juli 2009

Wacky Fun for the Whole Family


Betriebsfeier bei der Bank of America. Zumindest für die niederen Angestellten sind die wöchentlichen Hubschrauberflüge ins Casino nach Atlantic City gestorben. Stattdessen gibt es die Geisterfahrt durch Lower Manhattan. Der wilde Ritt durch das Financial „Diabolic“ District führt vorbei an Attraktionen wie dem Haunted House (NY Stock Exchange), Freddy Maze and Fannie Mischief sowie den Schrecken von A.I.-Gore. Kurz vor Ende wird der Wagen von einem schäumenden Grizzly mit blutroten Augen und verrottetem Fell gerammt. Super Show, auch für die Kinder. Wenn die Kleinen später fragen sollten, wo ihre teuren Spielsachen hin sind, können die Eltern immer antworten der Zombiebär habe sie gefressen.

Dienstag, 23. Juni 2009

Die Farbe Rosa (introducing: g-trouble)

Was stimmt mit diesem Bild nicht? Kleiner Tipp: es ist nicht der Kalauer im Namen des Produkts. Der ist großartig. Mich plagt die Frage wozu Frauen eine eigene Ohrstöpselmarke brauchen. Worin könnte der Unterschied zu ihrem männlichen Pendant liegen?

Laut Verpackung handelt es sich bei Sleep Pretty in Pink um eine besonders weiche und geschmeidige Ausführung. Wie allgemein bekannt ist, tendieren Männer dazu sich besonders harte und kantige Objekte in ihre Körperöffnungen einzuführen. Da Steine vielen Kunden zu zerbrechlich waren, hat Hearos die "Extreme Protection Series" eingeführt. Die Blauen Pfropfen schützen das Trommelfell, können aber auch im Ernstfall spielend als 11 mm Projektile in der hauseignenen Desert Eagle .50 AE zum Einsatz kommen. So ist Man(n) für jede Lebenssituation gut gerüstet.

Eine Frau hat dagegen andere Bedürfnisse. Neben dem eleganten Design in Rosa, welches selbst ein karges Mauerblümchen bei jeder Pyjama-Party garantiert in eine Beauty Queen verwandelt, bieten Sleep Pretty in Pink natürlich auch technische Vorteile. Die Stöpsel wurden aus einem speziellen Mikrofaserschaum gefertigt, der einzig zu dem Zweck entwickelt wurde penetrante Schnarchsignale des Partners zu blockieren. Röhrende, schnorchelnde und sägende Laute werden sanft ausgeblendet, während die Frequenzbereiche frauenrelevanter Dinge--wie der Herdalarm und die schreienden Kinder--zusätzlich verstärkt werden.

Der nächste Valentinstag gehört mir!

Montag, 22. Juni 2009

Ode an den Walrossmann


Ode an den Walrossmann

Viele Monde ist es nun schon her,
Da sah ich dich nicht weit vom Meer.
Fern zeigte sich dein Anblick mir,
Wesen wundersam: halb Mensch, halb Tier.

Oh Walrossmann!

Als Bergmassiv aus Fleisch und ledern Haut,
Im Weiß des Sandes, im Schimmern der Sonne,
Erstreckt sich dein Leib so fremd und doch vertaut,
Dein Geist eine Feder, dein Körper eine Tonne.

Oh Walrossmann!

Kein eitles Menschsein macht schwer dein Haupt.
Fremd deiner Ruhe sind die Sorgen der Stadt,
Dies Kleid so fein, meine Glieder so matt.
Nur du liegst stolz, selbst wenn keine Auge schaut.

Oh Walrossmann!

Wie gern würde ich liegen hier,
In sanfter Anmut -- neben dir.

Montag, 15. Juni 2009

Eat Your Local Heros


Es ist wahr, in Krisenzeiten müssen wir alle unsere Opfer bringen. Nachdem bereits die sterblichen Überreste des früheren Papstes ihrer profanen Bestimmung zugeführt (und mit Coke nachgespült) wurden, ist es nun an den furchtlosen Wächtern der Stadt, den Bewohnern ihre helfende Hand (und saftige Keule) zu reichen. Ein wenig zäh hat das Sandwich schon geschmeckt, mit leicht erhöhtem Bleianteil und moralistischem Beigeschmack. Andererseits gab es Honig-Senf Soße dazu. Für $7.95 unschlagbar. Wo steckt eigentlich Robin, wenn man ihn braucht?

Samstag, 13. Juni 2009

Besser zu Fuß


In New York dauert es durchschnittlich 60 Minuten bis jemand anfängt am Schloss eines geparkten Fahrrads zu sägen. Gerde genug Zeit um die Einkäufe zu erledigen oder das Monatsgehalt beim Hütchenspieler abzugeben. Deshalb findet man immer wieder innovative Ideen zur Verbesserung der Diebstahlsicherung. In diesem Fall hat der Fahrradbesitzer geglaubt, man könne das Vehikel außer Reichweite hängen und den Dieb damit überlisten. Sicherheitshalber wurde auch das Vorderrad abmontiert. Die Idee ist gut, die Ausführung eher mangelhaft. Intelligenz und Körpergröße des Gegenspielers wurden leider unterschätzt. Im Grunde muss sich der Dieb nicht mal mehr bücken.

Sonntag, 17. Mai 2009

Electric Wizard


Vor kurzem in der Subway: Da sage nochmal jemand Violine spielen sei nicht Metal (der Griff!). Wer den Song errät bekommt ein Solo.

Freitag, 24. April 2009

Dear Monsters, Be Patient


Die Wirtschaftskrise zieht weite Kreise.

Donnerstag, 9. April 2009

Maspeth, the Meaning of Pain?

Was passiert wenn man sich den Zorn von UPS einhandelt? Wie schon andere kafkaeske Mächte zuvor versteht es die weltweit größte Transportfirma ihre Kunden an unwirtlichen Orten zu unmenschlichen Zeiten absurde Dinge tun zu lassen, wenn man es wagt gegen der Funktionsweise der großen Maschine Widerstand zu leisten. Die Maschine ist in diesem Fall der New Yorker Auslieferungsdienst für Privatkunden und Widerstand bedeutet drei Mal den Lieferboten nicht empfangen zu haben. Er hätte wenigstens klingeln können.

Einmal in die Kategorie der Endabnehmer-Delinquenz hineingeraten, gibt es nur einen Weg die Gunst des freundlichen Konzerns mit dem verdächtig braunen Logo zurückzugewinnen: die Pilgerfahrt ans andere Ende der Welt--für den New Yorker: Long Island/Queens. Die zentrale Abfertigungsstelle des Bezirks New York liegt in Maspeth, NY, einem Ort über dessen Erreichbarkeit man sich erst in obskuren Internetforen informieren muss. Ich erwähnte den Ort gegenüber Einheimischen, erntete jedoch entweder dumpfe, fragende Blicke oder bitter schallendes Gelächter. Schwer zu sagen was davon beunruhigender war.

Ein kauziger Busfahrer nimmt mich von der Endhaltestelle des M-Trains mit zu meinem Ziel. Auf dem Weg sehe ich Amerika, geräumige Einfamilienhäuser neben traditionalen Queens-styled Mehrfamilienhäusern. Dazwischen Autos und Vorgärten. Sonst nichts. Schnell wird aus den Subprime Mortgage Domizilen eine endlose Industriehallenlandschaft. Ich steige neben einem Diner aus das mich gleich an drei Serienkillerfilme und eine ARD-Doku über den "American Decline" erinnert. Um mich herum erstrecken sich nichts als Beton und gähnende Leere.

Ich erinnerte mich an meine Mission und den Hinweis in einem der Foren doch möglichst eine Karte oder ein GPS-Gerät mitzunehmen. Letztlich führt mich die Spur eines UPS-Wagens zu einem gigantischen grau-braunen Kasten, einer umzäunten Lagerhalle vor der normalerweise Wachhunde und Selbstschussanlagen lauern. Das zerkratze Schild mit der Aufschrift "Customer Center" wirkt eher wie eine Falle. In der surreal dimensionierten Eingangshalle warten 5 untätige Mitarbeiter hinter einem langen Metalltresen. Im Hintergrund plätschert eine Jessica Simpson Ballade. Ein Schild weist darauf hin, dass hier Päckchen aufgegeben werden können. Den ausdruckslosen Gesichtern zufolge, wird jeder Kunde der tatsächlich etwas aufgeben will, einen kollektiven Herzinfarkt auslösen. Ich gehe einer Tür weiter und betrete die Lagerhalle, an dessen Eingang ein weiterer Tresen und ein kleiner Wartebereich eingerichtet sind.

"What can I do for you, sir?" In den Augen des Schaltermenschen flackert Angst auf. Werde ich ihn anbrüllen, ihm die Faust ins Gesicht rammen, für das Leider das mir bisher angetan wurde? Mitleid überwältigt mich und ich lege artig meinen Benachrichtigungsbeleg vor. Der Mann mit dem Dreitagebart und den kleinen Knopfaugen scheint verwirrt. Meine Daten werden umgehend abgerufen. "Bitte warten sie dort drüben." Seine Hand deutet auf eine Gruppe von Stühlen. Darauf sitzend, Menschen, jung und alt, gerade dabei unter ihren Jacken die Messer zu polieren--manche nicht nur sprichwörtlich. Eine ältere schwarze Frau erzählt mir über die Dreistigkeit von UPS sie hier raus zu bestellen und dann auch noch 15 Minuten warten zu lassen. Die anderen drei starrten gelangweilt und verbittert ins Leere. Nur ein Mann mittleren Alters mit Schnauzbart und Adidas-Hose grinst in sich hinein. Angst steigt in mir auf. Ich reiße dem UPS Mitarbeit das Päckchen aus der Hand und stürme ins Freie.

Auf der fußgängerwegfreien Straße zur Bushaltestelle frage ich mich wie häufig es hier wohl zu Amokläufen kommt. Meine gesamt Wut wurde aufgelöst in Sympathie für jene Menschen die dort täglich arbeiten. Ob die Obrigkeit Schwererziehbare hierher vermittelt um ihren Willen zu brechen? Vielleicht ist aber auch alles nur eine neue, abgefahrene Game-Show. Eines dieser Formate bei denen Menschen sich allerlei körperlichen und seelischen Belastungen aussetzen müssen, um am Ende mit einem großen Dollar-bedruckten Geldsack nach Hause gehen zu können. Hoffentlich.

Mittwoch, 18. März 2009

Winter Wonder Land


Ich habe es gestern tatsächlich mal zu einem NHL Game geschafft. Im opulenten Prudential Center. Gespielt haben die New Jersey Devils gegen die Chicago Blackhawks. Wir (New Jersey) haben natürlich gewonnen. Gewalt gab es zum Glück auch.


Leider musste aus Kostengründen die Nationalhymne von den Zuschauern selbst gesungen werden.


Kaum ging das Spiel los...


lagen die Devils auch schon in Führung...


was die 99% Devils Fans im Stadion durchaus zu schätzen wussten. Ich war ja insgeheim für die Blackhawks. Aus Mitleid.


Geknuddelt wurde natürlich auch...


nach dem 3:2 Sieg allerdings nur noch bei den Devils.


Die Fans waren aus dem Häuschen. Aber der Star des Abends...


war natürlich das Tornetz der Devils, das tapfer bis zur letzten Minute mit überragendem Einsatz für seine Menschaft gekämpft hatte.


Hmmm...

Die ganze Show.

Samstag, 14. März 2009

Archäologie des Nichtstuns

Ich habe beim Googeln nach Praktikumsstellen zufällig einen (schon etwas älteren) Beitrag in einem Deutschen Soziologie-Forum gefunden.

Bianca, eine junge Studentin, stellt die berechtigte Frage: Sind Soziologen faule Säcke? Sie schreibt verwundert über die Beobachtungen die sie an ihrer Hochschule gemacht hat:

Also bei uns an der Uni fangen alle Soziologie-Veranstaltungen frühestens 10 Uhr an, meistens aber erst 12 oder 14 Uhr. Außerdem ist Freitags grundsätzlich nichts.
Was?! Das ist ja unerhört! Es gibt schon Veranstaltungen die vor 14 Uhr anfangen? Das werde ich umgehend der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) melden. Wozu hat die Deutsche Gewerkschaft der Soziologen 1968 mühsam die Bevölkerung überzeugen müssen mit den faschistischen Vorlesungszeiten der Vergangenheit zu brechen und endlich den Traum von der ganzheitlichen Menschwerdung zu Träumen (im Bett, versteht sich)? Übrigens, meine Liebe, du solltest besser recherchieren. Nicht nur Freitags, sondern auch Montags ist an den meisten Instituten "grundsätzlich nichts".
Und dann muß man pro Semester nur ca. 3 Scheine machen - was oft nur eine Klausur oder ein Referat (ganz selten auch Hausarbeit) bedeutet.
So weit kommt's noch! Ich kenne Leute die haben seit 2 Semestern keine Scheine gemacht (zumindest im Magister). Das nennt sich "kreative Selbstentfaltung". Wenn am so genannten "Ende des Studiums"--statistisch betrachtet im 14. Semester--noch Scheine fehlen werden einfach Hausarbeiten zu irgendwelchen Veranstaltungen die man vor 3 Jahren nicht besucht hat "nachgereicht". Anwesenheit zu prüfen würde bei einer Betreuungsrelation von 1:800 allein schon das durchschnittliche Deutsche Soziologie-Institut zu 150% überlasten. Von der "Korrektur" der Arbeiten (alle im "Seminar" bekommen eine 1.0) ganz zu schweigen.
In den Semesterferien sind am Anfang noch zwei Prüfungen und dann hat man frei.
Was denn für Prüfungen? Da muss ich Rücksprache halten.
So geht man dann ganz locker durchs Studium. [meine Hervorhebung]
Hmm... von der Seite habe ich das noch gar nicht gesehen. Ich dachte den Weg des geringsten Widerstandes zu finden sei die Herausforderung am Studium.
Wenn ich mir da die Mediziner oder Juristen angucke, die ackern Mo-Fr 8-18 Uhr, in den Semesterferien müssen die wie die bekloppten lernen.
Deswegen würde ich bei mir niemals einen Soziologen eine Operation am offenen Herzen durchführen lassen oder bei meinem nächsten Flug nach Deutschland im Cockpit sitzen lassen.
Kann es sein, dass das Soziologie-Studium zu lasch ist?
Öhmm... Wenn du so fragst... nun... das klingt fast als wäre das was Schlechtes! Im Grunde hast du natürlich recht. Aber als guter Soziologe argumentiere ich des interdisziplinären Austauschs willen gerne gegen das Offensichtliche an.

Liebe Bianca,

1. Eine kleine Anmerkung zu deinem Beitrag: Im Soziologiestudium lernt man der deutschen Sprache Herr zu werden, was dem Diplomsoziologen nach langer und schmerzhafter Ausbildungszeit Überschriften wie "Soziologen faule Säche" erspart. Sicher, Rechtschreibung korrigiert Word fast automatisch. Prädikate sollte man für seine Sätze allerdings schon selbst finden.

2. Im Soziolgiestudium lernt man empirische Daten zu sammeln bevor man zur Schlussfolgerung schreitet. Mit anderen Worten, der Sozilologe sollte mit zumindest einer betroffenen Person gesprochen haben bevor er oder sie Theorien aufstellt. Es soll auch Befragungen mit größerer Fallzahl geben, aber dafür braucht man Statistik. In jedem Fall erspart dieses Vorgehen unzulängliche Vergleiche mit Studiengängen die nicht pro Woche 3-5 theoretische Klassiker im Volltext studieren müssen.

3. Anders als bei Medizinern qualifiziert ein Diplom in Soziologie bestenfalls zum Schreiben ausgefeilter ALG II-Anträge und muss daher durch den Erwerb diverser Zusatzqualifikationen ergänzt werden. Im Grunde zählen in den Sozialwissenschaften nicht das Papier auf dem das Diplom gedruckt ist oder welche Noten drauf stehen, sondern was der Absolvent an kulturellem und sozialem Kapital angesammelt hat. Davon ist in miefigen Vorlesungssälen "Mo-Fr" zwischen "8-18 Uhr" gemeinhin recht wenig zu finden.

Im übrigen kommen eh nur knapp 20% der Studierenden bis zum Abschluss. Die meisten anderen entscheiden sich dann doch für Jura oder BWL.

Montag, 2. März 2009

White Apocalypse

Was haben immer alle nur?

A heavy snowstorm blanketed the Northeast Monday morning, forcing the
cancellation of hundreds of flights and the closure of thousands of
schools as the region braced for as much as a foot of snow.

Da schneit es etwas mehr als sonst und schon kollabiert die Stadt unter der Last der perfiden Flockenlast? Alle Bildungseinrichtungen sind geschlossen. Fast so als wäre das Selbstverständlich. Wie soll der Schnee denn ernsthaft mit den Lehrveranstaltungen interferieren? Wahrscheinlich ist das Subway-System zusammen gebrochen.
Most city subways were operating on or close to schedule.
Nein? Aber vermutlich ist überirdisch die Hölle los, weil niemand mit einem Schneesturm im März gerechnet hatte.
Because salting the roads is the first defense in these scenarios, [the Department of Sanitation’s deputy commissioner for public information and community affairs] said the city was prepared to dip into 130,000 tons of rock salt on reserve. “I think the city is very, very prepared to deal with it."
Hm... also warum die Panik? Warum dürfen Schüler nicht den Weg zur Schule antreten? Was soll passieren? Der Wind reißt das Fenster auf und durch den Unterdruck werden alle Schüler nach draußen in die Kälte gesaugt? Die Schneeflocken auf den Schultern drücken die lieben Kleinen zu Boden - Folge Erfrierungstod? Die unbeliebten Kinder werden so sehr eingeseift dass sie die Straße nicht mehr sehen und verwirrt von der Brücke stürzen?
Alternate-side parking has been suspended for Monday.
OK, ich bin überzeugt. Die Lage muss wirklich ernst sein. Am besten ich verlasse zur Sicherheit für die nächsten 4 Wochen nicht das Haus.

Montag, 9. Februar 2009

No Pants Subway Ride



Ja, ich war da. Aber in Hosen. Ich weiß auch nicht ob damals wirklich No Pants Day war oder Greenwich Village Anwohner nur den um diese Jahreszeit (Winter) üblichen Exhibitionismus zur Schau gestellt hatten.

Insgesamt ist die Sache sehr unterstützenswert. Jung und alt kämpfen gemeinsam gegen die perfide Hosen-Mafia (ein Kartell aus Levis, Wrangler und Lee). Die machen neuerdings nicht einmal Tieren halt. Unsere freie Entfaltung als Menschen steht auf dem Spiel!

Dienstag, 3. Februar 2009

Finding George


Meine finanziellen Probleme sind gelöst! Dank der detaillierten Beschreibung des gesuchten Vogels wird es sicher ein Leichtes sein ihn zu finden.

Wie lange George bei durchschnittlich minus 12 Grad wohl im Freien überleben kann? Aber irgendwie müssen Papageien den Winter in ihren Heimatregionen schließlich auch überstehen.

Andererseits macht mich der Zustand des Plakats etwas stutzig. 18. August? Wahrscheinlich 1997. Ich hoffe George und seiner Familie geht es gut.

Sonntag, 1. Februar 2009

Indiscretion #243

Ich sitze gerade in der Küche, in der einen Hand eine Tasse Kaffe, in der anderen einen Teller mit einem Stück von diesem köstlichen Zupfkuchen frisch gekauft in der polnischen Bäckerei gegenüber. Auf meinem Schoß liegt die Samstagsausgabe der New York Times, natürlich. Ein perfekter Nachmttag, wenn nicht diese lauten Stimmen und Kinderschreie aus der Nachbarswohnung immerzu die Stille des Augenblicks durchbrechen würden.

Ich höre genauer hin. Die Wände in der Küche sind einfach zu dünn. Eine männliche Stimme singt etwas, es handelt sich um ein Geburtstagsständchen. Kinderlachen. Danach unverständliche Worte. Entweder die Wände sind doch zu dick um eine gute Akustik zu gewährleisten oder es handelt sich - sehr wahrscheinlich - um eine Migrantenfamilie. Ich stelle mir eine Ethno-Kindergeburtstagsfeier vor, aber alles was mir einfällt sind Szenen aus alten Italienischen Filmen.

Vielleicht sollte ich mal anklopfen und nach Kuchen fragen, aber davon habe ich bereits genug. Außerdem regt das Gehörte wenigstens die Fantasie an. Ich stelle mir vor wie das Kind sein Nintendo Wii auspackt und dabei fast an seiner eigenen Freude erstickt:


Die Großeltern, von irgendwo weit, weit her eingeflogen, sind gerade sicher auf dem Hudson River gelandet. Opa fragt sich ob man den Bengel nicht zu sehr verwöhnt habe. Die Eltern sind gestresst, aber erfreut, dass niemand von den jüngeren Gästen die Küche angezündet hat. Ich ebenso. Der Patriarch der Familie trohnt am Kopf der Tafel und teilt die Pepperonipizza auf, bis jemand bemerkt, dass versehentlich vegetarisch geliefert wurde. Alle regen sich auf, die Tante reißt versehentlich einen Stapel Teller um, aber alle denken das sei als Zeichen der Empörung gemeint und tun es ihr nach.

Plötzlich klingelt es an der Tür. "NYPD! Wir haben Beschwerde wegen Ruhestörung vorliegen." Nachdem der Gesetzeshüter hereingebeten und mit schmackhafter vegetarischer Pizza versorgt wurde hat Opa eine kardinale Idee. Wieso nicht alle Wii Bowling spielen um die erhitzten Gemüter zu beruhigen? Gerade nochmal gut gegangen.



Als ich wieder zur Besinnung komme ist mein Kaffee bereits kalt. Was für ein erlebnisreicher Nachmittag. Und das ohne vom Stuhl aufzustehen. Allerdings frage ich mich wie es Nintendo geschafft hat selbst in meinen Tagträumen Werbung zu schalten. Wahrscheinlich ein neuer Google Service.

Samstag, 31. Januar 2009

Comfortable on Sundays


Obama verschärft die amerikanischen Waffengesetze. Da heißt Farbe bekennen, auch wenn es rosa ist. Wer bei der nächsten Freilassungswelle von Guantanamo Häftlingen sein Schicksal nicht der korrupten Obrigkeit überlassen will, sollte gerüstet sein.

Oder Gleich die ganze Familie schützen, mit einem nahkampferprobten und im Umgang mit automatischen Schusswaffen versierten Hausbären. Wer jetzt kauft bekommt eine Rolle Geschenkpapier umsonst.