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Sonntag, 2. August 2009

2 p.m. wake up call


Eigentlich wollte ich mir eine kleine Sommerpause gönnen, aber die Welt dreht sich einfach zu schnell weiter. Da kommt selbst BILD mit den brisanten Eilmeldungen nicht hinterher. Wie soll ich dann erst all die sensationellen Trivialfunde nachliefern, die sich mir in den vergangenen Monaten des täglichen Kulturkampfes aufgetan haben? Die Antwort lautet: gar nicht. Oder irgendwann, vielleicht, aber nicht zu ihrer Zeit.

Linearität ist was für Till Schweiger Fans. Seit neustem wissen wir, man kann mit dem Fallschirm noch ein Jahr nachdem das Flugzeug abgestürzt und abgebrannt ist aus dem Cockpit abspringen. Zumindest geht das in der Finanzwelt. Ergo: von AIG lernen, heißt siegen lernen. Daher werde ich demnächst mal in New York, mal in Berlin, mal in Dresden, mal in St. Petersburg und mal vor einem Untersuchungsausschuss zu finden sein. Manches davon wird schon vorbei oder noch nicht passiert sein. Oder niemals passieren. So it goes.

Sonntag, 5. Juli 2009

Down With the Sickness

Das Virus ist der beste Freund des Kindes. Erinnert sich noch jemand daran wie es war als Kind krank zu werden? Wenn man mit 10 Jahren fiebrig hustend aufwacht, ist das wie Weihnachten und Nintendo Wii-Verkaufseröffnung an einem Tag. Als erkälteter Halbwüchsiger durfte ich Tage, wenn nicht Wochen zuhause im Bett bleiben. Ich musste nicht zur Schule und konnte stattdessen das sagenumwobene Vormittagsprogramm von RTL und ProSieben genießen (aus heutiger Sicht eher ein Grund freiwillig Hausaufgaben nachzuarbeiten). Wenn mir meine Kinderärztin nach 2 Wochen vermitteln wollte, ich sei kerngesund und müsse ab morgen wieder zur Schule gehen, brach für mich eine Welt zusammen. Mein gespielter Schleimhusten blieb meist vergebens.

Für den Mann von heute gibt es nichts Ungelegeneres als eine Grippe. Egal was er mit seinem Leben vorhat, es scheint unmöglich zu warten bis sich der Körper von der potentiell lebensgefährlichen Infektion erholt hat. Besser das schrittweise Versagen der eigenen Organe einfach ignorieren bis „die Sache ausgeschwitzt ist“, als sich oder anderen Schwäche einzugestehen. Ärzte—ohnehin eine chronisch hysterische Berufsgruppe—müssen um jeden Preis gemieden werden. Der souverän-männliche Umgang mit jeder Art von Erkrankung unterscheidet sich kaum von einer gut gespielten Runde Poker: keine Miene verziehen und mitgehen.

Die ganze Nacht erbrochen und kaum in der Lage die Beine zu heben? Hoffentlich merken die Arbeitskollegen nichts. Schwere Entzündung der Bronchien? Kein Grund die eigene Mannschaft im Achtelfinale der Dorfliga im Stich zu lassen. Diese Logik weitet sich auch zunehmend auf die ehemals besonnenere Hälfte der Bevölkerung aus. Einst die pflegende Hand in meinem Leben, kann selbst meine Mutter nicht mehr warten bis ihre Gelenkentzündung abgeheilt ist, bevor sie den 12-Liter-Kasten stilles Wasser in den vierten Stock hochzerrt. Bekanntlich liegt der Calciumanteil im Leitungswasser 20% über der vom Mineralwasserverband empfohlenen Dosis.

Selbst Menschen die im Grunde nichts mit ihrem Tag anzufangen wissen, lassen sich von einer lächerlichen Grippe nicht einschüchtern. Der arbeitslose Pilsliebhaber vor dem LIDL-Markt nimmt seine alkoholistische Verpflichtung nicht weniger ernst als der Notaufnahmeleiter von dem er am Abend zuvor noch reanimiert wurde. Besonders hart trifft es den Kranken am Wochenende, wenn er sich vorgenommen hat „endlich mal wieder Spaß mit den Kumpels zu haben“. Sind jemandem am Samstagabend schon mal die leichenblassen Gesichter mancher Gäste in einem Striplokal aufgefallen? Nun, das sind Männer die sich die ganze Zeit denken „ich habe kein Gefühl mehr in meinen Gliedmaßen, aber meinen freien Tag lasse ich mir davon nicht vermiesen!“

Montag, 22. Juni 2009

Ode an den Walrossmann


Ode an den Walrossmann

Viele Monde ist es nun schon her,
Da sah ich dich nicht weit vom Meer.
Fern zeigte sich dein Anblick mir,
Wesen wundersam: halb Mensch, halb Tier.

Oh Walrossmann!

Als Bergmassiv aus Fleisch und ledern Haut,
Im Weiß des Sandes, im Schimmern der Sonne,
Erstreckt sich dein Leib so fremd und doch vertaut,
Dein Geist eine Feder, dein Körper eine Tonne.

Oh Walrossmann!

Kein eitles Menschsein macht schwer dein Haupt.
Fremd deiner Ruhe sind die Sorgen der Stadt,
Dies Kleid so fein, meine Glieder so matt.
Nur du liegst stolz, selbst wenn keine Auge schaut.

Oh Walrossmann!

Wie gern würde ich liegen hier,
In sanfter Anmut -- neben dir.

Sonntag, 7. Juni 2009

Happy Faces for Happy People

Stadtrat Dresden? Da fällt die Wahl nicht schwer. Schließlich geht es um Vertrauen und Kompetenz -- um Persönlichkeiten, denen man nicht nur einen Gebrauchtwagen abkaufen würde, sondern die Geschicke der Stadt anvertrauen kann. Hier sind sie also, die Gesichter der Demokratie: Werner Succolowsky und Peter Berauer (ist sogar auf Facebook).

Der eine steht für soziale Sicherheit (auch in Ostpreußen), der andere überzeugt mit reiner Sympathie. Klevere Strategie der DSU auf "Personalisierung des Wahlkampfes" zu setzen, wenn man zwei so glamouröse Zugpferde im eigenen Stall stehen hat. Da müssen sich die etablierten Parteien erstmal vor die Tür trauen, mit ihren schmucklosen Jugendlichen, Frauen und Türken.

Wäre ich momentan in meinem alten Bezirk wahlberechtigt, meine Entscheidung stünde fest. Beide erinnern mich irgendwie an meinen früheren Nachbarn, den netten Herr Kernert aus dem ersten Stock. Gelegentlich lauerte er mir am Briefkasten auf, nur um "hallo" zu sagen (ich kann mir nicht vorstellen, dass ein 78 Jähriger tatsächlich immer um die selbe Zeit wie ich Post holt). Ich erinnere mich noch an eine unserer Plaudereien als wäre es gestern gewesen: "Na, wieder diese Schmutzhefte im Briefkasten?", höre ich es hinter mir schnaufen, noch bevor ich meine Einkaufstüten aufheben kann. "Nein Herr Kernert, lassen sie sich von dem Titelbild nicht täuschen. Das ist nur der SPIEGEL. Die müssen schließlich auch Geld verdienen." Meistens gelang es Herr Kernert mich innerhalb der nächsten 30 Sekunden in ausufernde Gespräche über Zeiten zu verwickeln, die selbst er unmöglich bewusst miterlebt haben kann.

Gerade in den Wochen vor der Stadtratswahl waren die Themen klar festgelegt. Seine Meinung auch. Er fände es nicht richtig, dass wir immernoch so viel Geld an "die Neger" zahlten. Schließlich habe man zur Kolonialzeit bereits genug Gutes "da unten" getan. Vielleicht hätte ich ihm besser sagen sollen, dass sächsische Kommunen keine Entwicklungshilfe leisten. Aber seiner Entrüstung hätte das ohnehin keinen Abbruch getan. "Da bringt man den Wilden Kultur und Technik - und was ist der Dank dafür?" Ich nicke verlegen, aus Mitleid. Herr Kernerts Gesicht strahlt. "Es wäre ja später noch was mit denen und den anderen da geworden." Natürlich nur, wenn Hitler nicht den Zweifrontenkrieg riskiert hätte. "Ich habe schon immer gesagt das war ein Fehler gewesen. Genau wie das mit den Juden!", brabbelt er in seinen Schnauzer. Man hätte letztere ja auch einfach "dahin abschieben können wo sie hergekommen sind".

Zu diesem Zeitpunkt beginnen Tiefkühlpizza und Chicken Wings in den Einkaufstüten zu tropfen. Da klopft mir Herr Kernert kameradschaftlich auf die Schulter. "Sie sind in Ordnung! Anständig. Nicht wie diese linken Chaoten." Ich danke meinem Nachbarn für die warmen Worte und verabschiede mich. "Am Sonntag DSU wählen!", höre ich seine Stimme noch hinter mir im Treppenhaus hallen. Was für ein netter Herr. Vielleicht hätte ich ihn bitten sollen im Sommer meine Blumen zu gießen und die Post reinzubringen. Ich denke ihm kann man vertrauen. Gefreut hätte er sich bestimmt auch.

Mein Dank für die Fotos geht an h-master! Ich hoffe einige der Plakate werden noch hängen, wenn ich wieder da bin.

Samstag, 30. Mai 2009

Finally Master ... of Procrastination

Es ist amtlich: ich habe etwas getan das in dieser Gesellschaft als Leistung durchgeht. Ich darf mich nun offiziell "Meister" nennen. Früher haben die Leute ihren "Meister" in Automechanik oder im Brötchenbacken bekommen. Andere Meister hatten lange Bärte und konnten die 12 besten Krieger des Reiches in 30 Sekunden ausschalten ohne sie vorher den Boden berühren zu lassen. Ich bin nun Meister der Soziologie und kann weder Keilriemen wechseln noch "die tanzende Klapperschlange" gegen meine Feinde einsetzen. Was es nun genau ist das ich gelernt habe weiß ich nicht. Es wurde mir nicht beigebracht. Das einzige was mir meine alten Meister auf den Weg gegeben haben waren die Worte "ich hoffe du hast Verwandte in der Wirtschaft".

Bereits nach kurzer Lektüre der aktuellen Stellenanzeigen wird eines klar: junge Menschen mit höheren Bildungsabschlüssen sind in der Wirtschaft äußerst unbeliebt. Personalleiter zählen sie zu der gleichen Gruppe von Versagern wie den Rest, nur mit höheren Gehaltsforderungen und der Erwartung mit Respekt behandelt zu werden. Manche Bewerbungsratgeber legen nahe, das Studium möglichst unerwähnt zu lassen und stattdessen bisherige Arbeitserfahrungen hervorzuheben. Ich frage mich, welcher Teil davon gemeint sein könnte: das Kaffeekochen am Institut, die Arbeit für das Callcenter dessen Betreiber mittlerweile in 7 europäischen Ländern polizeilich gesucht wird oder das Training im Bildungscamp der Junganarchisten. Vielleicht hätte ich bessere Chancen auf dem Jobmarkt, wenn ich mein Diplom verbrenne und mir von einem Dunkin‘ Donuts Filialleiter ein falsches Arbeitszeugnis für die letzten 5 Jahre ausstellen lasse.

So verlockend dieser Gedanke erscheint, eine Sache würde mir dann abhanden kommen: der Respekt meiner amerikanischen Mitmenschen. Ich war erstaunt und überwältigt zu erfahren welchen Stellenwert Bildungsabschlüsse in diesem Land genießen. Jeder dem gegenüber ich die langweilige Graduierungsfeier erwähne, übergießt mich mit warmen Glückwünschen. Fast bekommt man das Gefühl, die letzten 5 Jahre seines Lebens unter finanziellen und menschlichen Entbehrungen nicht sinnlos vertan zu haben. Ganz anders in Deutschland. Wer beim Prüfungsamt mit zitternder Hand die mühsam gesammelten Scheine der finster starrenden Sachbearbeiterin entgegen streckt, bekommt meist nicht mehr zurück als ein frostiges "Was haben sie so lange gebraucht?" oder "Der Stempel auf diesem Formular ist zu blass, wenden sie sich an ihr Institut".

Beim nächsten Familientreffen sieht es nicht anders aus: Während in den USA die Eltern extra vom Guerilliakampf aus Venezuela einfliegen, nur um in Tränen zu sehen wie ihrem Töchterchen das Diplom überreicht wird, hört der erfolgreiche Absolvent in deutschen Landen eher Ermutigungen wie "Was!? Ich dachte du bist schon seit 2 Jahren fertig!" oder "Prima, dann brauchen wir dir für diesen Monat keinen Unterhalt zahlen!" Allerdings habe ich hier in den USA einen Verdacht. Die Banken welche den hiesigen Studenten Kredite im fünfstelligen Bereich gewähren, haben Eltern und Bekannte auch gleich vertraglich dazu verpflichtet stolz auf ihre Sprösslinge zu sein. Wenigstens eine Sache die in der derzeitigen Wirtschaft reibungslos funktioniert.

Dienstag, 19. Mai 2009

A Simple Process of Elimination?

Manchmal klopft meine kreative Vergangenheit an der Tür und ich weiß nicht ob ich aufmachen soll. Ich entstaube gerade meinen alten Amazon.de Account. Da ist mir aufgefallen, dass ich ich vor vielen Jahren eine ganze Reihe Rezensionen über allerhand Plunder aus Papier und Plastik verfasst hatte. Texte die vollkommen von meinem Radar verschwunden waren und mir nun unvermittelt ins Gesicht grinsen. Mein erster Gedanke: sofort löschen. Sollte einer diese Stalker aus den Personalabteilungen Deutscher Unternehmen gut genug sein diese halbgaren Kreationen eines pubertären Musiknazis aufzuspüren bin ich geliefert!

Dann musste ich jedoch feststellen, dass einige der Rezensionen von einer erschreckenden Anzahl von Leuten als "hilfreich" eingestuft wurden. Wenn diese Texte anderen Leuten tatsächlich von Nutzen sind, kann ich ihre Existenz dann ohne weiteres auslöschen? Gehören sie mir überhaupt noch oder haben sie über die Jahre heimlich ein eigenes Leben entwickelt? Nicht dass wir uns hier falsch verstehen. Die Allgemeinheit wird nach anfänglicher Lähmung über den Verlust dieser Kritiken hinwegkommen. Aber irgendwie sind Texte auch wie Kinder. Diese unerwartete Wiedervereinigung erinnert mich an unzählige Eskapaden mit diversen Zeitungen und Onlinemedien von denen ich auch schon lange nichts mehr gehört habe. Was wenn die plötzlich alle vor meiner Tür stehen und Unterhalt einfordern?

Was der genetische Vaterschaftstest für Welt der Geschäftsreisenden, sind Internetdatenbanken für Leute die viel zu früh angefangen haben ihre verbalen Sprösslinge unbedacht in die Welt zu entlassen. Dabei kann ich froh sein, meine politische Meinung damals weitestgehend für mich behalten zu haben. Was da an meinem Hosenbein zerrt ist höchstens drollig, vielleicht etwas ungelenkt und--nunja--weist auf übermäßigen Alkoholkonsum vor der Geburt hin. Aber gleich umbringen? Ich glaube ich behalte die Kleinen als Andenken.

Montag, 4. Mai 2009

Ich bin's Nu(h)r? In den Staaten ist mehr drin

Langsam kommt bei mir der Gedanke an bald wieder in Deutschland zu leben. Im Schlepptau befinden sich Angst und Unsicherheit. Sozialistisches Utopia hin oder her – werde ich ohne die lieb gewonnen kulturellen Institutionen der Staaten wirklich frohen Mutes meinem Tagewerk nachgehen können? Was wird aus ethnischer Vielfalt, Optimismus und Deep-fried Twinkies? Noch gravierender: was wird aus meinem Wohlbefinden ohne regelmäßige Dosis sozialkritischer Comedy?

Man kann über das US-Fernsehen sagen was man will, aber wenn ich (Achtung, Rhetorik!) abends den Fernseher einschalte, kann ich mir sicher sein auf einem der 475 Kabelsender die an unserer WG anliegen ein Gesicht zu finden das mir erklärt wie die Welt in Zeiten von Finanzkollaps, Folter und Killerviren wirklich ist: witzig. Stephen Colbert, John Stewart, Bill Maher, Conan O’Brien und (unfreiwillig) Bill O’Reilly ersetzen gerne mal die Abendnachrichten, weil sie es verstehen absurd aber clever das Zeitgeschehen einzufangen. Wen haben wir auf der anderen Seite des Atlantiks? Das witzigste Gesicht im deutschen Fernsehen ist das von Horst Köhler, der seinen Beruf leider knapp verfehlt hat.

Bevor ich Deutschland für die letzten zwei Jahre den Rücken kehrte, tendierte mein Interesse für TV-Comedy gegen Null. Meiner damaligen Erfahrung nach gab es durchaus Dinge die überzeugend und nachhaltig komisch waren: sächselnde End-30er auf viel zu großen Bühnen in nicht altersgerechtem Schuhwerk gehörten nicht dazu. Stand-Up Shows und Late Night Television haben mir gezeigt, dass Menschen die witzig sein wollen es auch können—nur nicht in Deutschland. Diese Kritik auch an anderer Stelle zum Mantra geworden. Aber so leicht wollte ich nicht aufgeben. Ich habe in den letzten Tagen mittels der Nominierungslisten des Deutschen Comedy Preises—vermutlich das who-is-who der mittlerweile früh-40er im Komödienstadl—mein Gedächtnis wieder etwas aufgefrischt.

Ein Fehler, wie sich herausstellte. Seit dem sein Hauptbrennstoff—Geschlechterwitze—verbraucht ist, schrumpft Mario Barth, einst der helle Riese am Deutschen Comedy-Himmel, zu einem weißen Zwerg zusammen. Rüdiger Hoffman versenkt ab und zu einen Lacher, nur leider mit einer Dichte von Eins pro Stunde. Olaf Schubert beweist, dass am liebsten immer noch aus obszönem Mitleid gelacht wird. Michael Mittermeier würde mit seiner dümmlich-drolligen Art nerven, selbst wenn man ihn nur beim Bäcker träfe. Michael Bully Herbig versteht es sich zu inszenieren, kann aber nur schwer seine mangelnde Beobachtungsgabe wettmachen. Bei Hella von Sinnen, Anke Engelke und Atze Schröder sind die Namen der witzigste Teil der Show. Dieter Nuhr, der hartnäckige Hoffnungsträger des Landes, macht aus seinem Abitur zwar kein Geheimnis, hinterlässt mit seiner austauschbaren Bühnenpersona und dem Charme eines ernüchterten Gymnasiallehrers leider trotzdem keinen bleibenden Eindruck.

Das Kriterium „sozialkritisch“ habe bei dieser Aufzählung gar nicht erst angewendet, denn sonst hätte ich mir die Gegenüberstellung gleich ganz sparen können. Was soll man da noch sagen? Richtig. All jenen die mir bis hierhin gefolgt sind, kann ich nur raten bei Bedarf ihr Sprachkulturlexikon rauszukramen und sich mit mir an Klassikern wie Chris Rock, Woody Allen, George Carlin, Jerry Seinfeld, David Letterman, Richard Pryor sowie den oben genannten Frontläufern zu erfreuen. Reicht ja auch.

Samstag, 25. April 2009

Madness and Civilization


Mein Facebook Newsfeed liest sich neuerdings wie der Wetterbericht: „32 Grad am Sonntag?! Das ist zu schön um wahr zu sein!“ Ein Kommilitone ist gerade „basking in Central Park“ und eine Frau die sich auf ihrem Profilbild mit einer schwarz-gestreiften Katze präsentiert, verkündet „the best season has officially started!!!1“ Kurze Zeit später treffe ich treffe eine Freundin zum Mittagessen. Es gibt Pan Thai (sehr lecker!). Ich verspüre den Drang mich über die Parallelen zwischen den vor einigen Tagen von der Obama-Administration veröffentlichten „Torture Memos“ und den verstörenden Verhörszenen in George Orwells 1984 zu echauffieren. Die Ähnlichkeiten sind frappierend. Im ersten Schritt förderten speziell ausgebildete CIA-Mitarbeiter die schlimmsten Ängste des zu verhörenden Guantanamo-Insassen zu Tage. Im zweiten Schritt wurden selige Objekte panischer Angst (sagen wir Insekten) auf subtile Weise mit der Auskunftsbereitschaft des Gefangenen verbunden.

Die braunen Augen meiner Bekannten funkeln fröhlich. Ungewöhnlich in Anbetracht unfassbarer Gräueltaten. „Ist heute nicht ein schöner Tag? Ich hoffe es wird bald noch wärmer, dann kann ich endlich wieder leichtere Schuhe anziehen.“ Zugegeben, Sandalen haben etwas erfrischendes, ungeachtet ihrer modischen Grausamkeit. Trotzdem kann ich ihre alles andere in den Schatten stellende Glückseligkeit über den unvermeidlichen Gang der Jahreszeiten nicht ganz nachvollziehen. Das Pan Thai lässt immer noch auf sich warten. Ich werde langsam ungeduldig und gereizt. „Ach, ich erinnere mich, du kannst den Sommer ja nicht leiden“, lacht sie mir entgegen. Eine glatte Lüge. „Das liegt wahrscheinlich an deiner protestantischen Lebenseinstellung. Du solltest mal wieder etwas Spaß haben!“ Ich weiß nicht über welchen Teilsatz ich mich mehr aufregen soll.

Mir platz der Kragen. „Spaß!? Reden wir hier von der gleichen Jahreszeit?! Von allen Zeiten des Jahres ist der Sommer jene in der der Spaß als erstes in der sengenden Sonne verdampft! In welcher Stadt lebst du eigentlich? Das ist New York. In wenigen Wochen werden die Temperaturen in dieser Betonwüste die 40-Grad Marke erklimmen. Die mit maximaler Feuchtigkeit getränkte Luft wird mit toxischen Abgasen verschmelzen und eine undurchdringliche Wand atemraubender Schwüle bilden. Der Müll der zahllosen Imbissbuden wird anfangen zu verrotten, bevor er überhaupt die gierigen Mäuler der auf den Fußgängerwegen lauernden Rattenlegionen erreicht. Glücklicherweise wird der alles durchdringende Gestank von den wasserfallartigen Ausdünstungen von grob geschätzt 8 Millionen auf einer schmalen Insel eingeschlossenen Menschen überdeckt werden.“ In diesem Moment erreicht mich meine Nudelpfanne.

Schmatzend, aber nicht minder bestimmt fahre ich fort: „Die beißenden UV-Strahlen der von dir so geliebten Sonne werden unausweichlich ihren Weg durch das 'Ozonloch' genannte atmosphärische Scheunentor auf deine Haut finden. Die oberen Schichten deiner Epidermis werden beginnen langsam aber stetig zu verbrennen, während dein masochistischer Körper wohlig-warme Glückshormone ausschüttet. Jene Hautzellen die nicht das Glück haben abzusterben und sich dem Schuppenregen ihrer Freunde anzuschließen, werden als Krebszellen wiedergeboren werden, wenn sie nicht bereits als Metastasen aus dem letzten Sommer damit angefangen haben im Rest deines Körpers Strandurlaub zu machen. Vielleicht schaut auch mal jemand im Gehirn vorbei, denn im Angesicht gesundheitlich bedenklicher, jedoch von der Freizeitindustrie bejubelter Temperaturen ist die Schädelmasse längst zu einem gefällig wabernden Brei geworden. Der Sommer lässt einst noble Geschöpfe zu keuchenden, schwitzenden, schwerfälligen Haufen Biomasse welken. Von der einstigen Würde des Menschen, keine Spur. Eigentlich müsste die UNO einschreiten, aber leider werden derzeit die Klimaanlagen im Tagungsgebäude gewechselt.“

Meine Bekannte schaut mich an, mit gütigem Blick. „Aber im Sommer kann man so viele schöne Dinge machen! Am Strand liegen, im Biergarten sitzen…“ Ich muss unterbrechen: „Eine andere Wahl hat man auch nicht, in Anbetracht der sozialen, politischen und medialen Wüste die sich jedes Jahr um diese Zeit zwischen dem 50. Breitengrad und dem Äquator ausbreitet! Im so genannten Fernsehen werden die lächerlich dummen Sendungen aus der Main Season durch Wiederholungen noch dümmerer Sendungen aus dem Sommerlochrepertoire ersetzt. Parlamente und Redaktionen steigen Hand-in-Hand in die Party-Bomber nach Florida, Mallorca und Thailand. Kulturelle Events die sich nicht zwischen zwei Brötchenhälften pressen lassen werden kommentarlos verschoben. Niemand kann bei 38 Grad und 2,6 Promille Pollock anschauen ohne sich dabei übergeben zu müssen.“

Ich lobe das Essen, frage nach der Rechnung und fahre nahtlos fort: „Ich sehe das Bild schon vor mir: ein typischer Sonntagnachmittag im Juli. Ich trete auf die rissige Straße. Ich bin der letzte Mensch auf diesem Planeten. An der nächsten Kreuzung sehe ich einen flüchtigen Schatten durch den gelb-schimmernden Dunst huschen--oder war es nur eine Fata Morgana, eine optische Täuschung verursacht durch die Hitze des allmählich verdunstenden Asphalts? Aus der Ferne dröhnt die leiernd-verhallte Melodie eines Eiswagens. Aber sobald ich um die Ecke gerannt komme, ist er plötzlich verschwunden. Jeder Mensch bei Verstand verlässt die Stadt, bevor er Gefahr läuft selbigen zu verlieren. Jene unglückliche Kreaturen die nicht rechtzeitig fliehen konnten streifen ziellos, am Wahnsinn nagend durch die apokalyptische Einöde, die in Reiseführern euphemistisch als 'Coney Island' bezeichnet wird (obwohl es sich eigentlich um eine Halbinsel handelt). Ihre matten, klebrigen Körper schleppen sich durch die ungewisse Leere dahin schmelzender Seitengassen, gelegentlich betäubt mit einer Kugel Langnese Mango-Vanille oder einem Schluck Coca Cola Zero Cherry, geschlürft aus einem dosenartigen Aluminiumbehältnis das vage an die glorreiche Vergangenheit einer untergegangenen Produktionsgesellschaft erinnert.

Mein Gegenüber lauscht geduldig, während ich zum finalen Schlag aushole: "Nach den mühsamen 300 Metern zwischen Subway Station und der Wasserfront brechen die letzten Widerständler keuchend und zuckend im glühenden Sand zusammen. Pflanzen und Tiere sind längst dem sengenden Inferno zum Opfer gefallen. Nur eine schäbig bemalte Plastikpalme inmitten der weißen Einöde spendet rettende Wasserspritzer. Tod und Verfall, die alles verschlingenden Kinder des Sommers, haben die letzten Stadtbewohner zur Wiege allen Lebens getrieben. Auch ich lasse mich in den endlosen Ozean der bewegungslosen Körper fallen. Während mir der gelbe Feuerball den letzten Funken meiner Lebensenergie aussaugt und die Lieder langsam über meine vertrockneten Augäpfel sinken, höre ich mich selbst aus der Ferne sprechen: Halte durch! In 3 Monaten ist alles vorbei...“

Ich atme auf. Meine Bekannte und ich stehen vor dem Eingang des Thai-Restaurants. Auf der anderen Straßenseite steckt ein dicklicher Beamter einen gelben Zettel unter den Scheibenwischer eines Jeeps der Marke GM. „Hast heute noch was vor?“, fragt sie mit verschmitzter Unschuld. „Nö, nicht wirklich“, antworte ich teilnahmslos. „Hast du Lust mit in den Park zu kommen? Der botanische Garten hat seit letztem Montag wieder geöffnet.“ Ich willige erfreut ein. Dann kann ich mir unterwegs auch gleich ein Eis am Stiel mit Doppelt-Schokolade und Karamell kaufen (sehr lecker!).

Montag, 16. März 2009

Take the Money and Run



Ah, spring break! Die ideale Gelegenheit endlich meine Steuererklärung Steuererklärung Steuererklärung zu machen . Ganz recht, nur weil man kein Resident ist und keinerlei Einkommen in den USA hat, bedeutet das noch lange nicht, dass man den freundlichen Bürokraten des Federal Government entkommen kann.

Allerdings weiß ich nicht genau für wen ich in den Formularen die ganzen Nullen (baut übrigens ungemein auf) überhaupt eintrage. Wer bekommt denn nun meine nicht existenten Steuergelder? Der Bundesstaat? Der Staat New York? Die Stadt? Die lokale Verwaltung? Die UNO? Nein, die bestimmt nicht. Eines steht fest, das Amerikanische Steuerrecht ist--im Gegensatz zu dem was oft in Deutschland behauptet wird--nicht wirklich simpler.

Ich bin gespannt ob ich etwas zurück bekomme.

Freitag, 13. März 2009

My Weakness

24.000?! Jetzt weiß ich wo in den letzten Jahren meine Freizeit hin ist.

Freitag, 27. Februar 2009

Denk ich an Deutschland in der Nacht...

Ich habe letzte Nacht mal wieder geträumt. Diesmal von "Deutschland". Ganz recht. Nachdem ich mich entschlossen habe im Sommer nach Deutschland zurückzukehren, kommen plötzlich lange verdrängte Erinnerungen hoch. Oder waren es doch Fieberfantasien? Nach dem Erwachen überkam mich jedenfalls ein reichlich mulmiges Gefühl. War das alles wirklich so? Gibt es dieses wundersame Land wirklich oder ist dies ein Ort den ich nur aus Romanen und Filmen kenne? Meine Erinnerungen sind zu trüb. Vielleicht können mir meine Leser helfen, wenn ich meinen Traum berichte:

In meinem Traum erwache ich an einem Morgen wie diesem. Draußen rieseln weiße Flocken vom Himmel. Es ist Montag. Der Tag ist in meinem Kalender rot eingekreist. Es ist der erste Montag im neuen Semester. Mich überkommt Panik. Habe ich die Studiengebühren schon zusammen? Ich haste zur Uni. Im Sekretariat werde ich schief angesehen: Wie, sie haben nur 10.000 und zahlen die zweite Hälfte in einer Woche? Die Sekretärin nimmt mir einen nicht weiter nennenswerten Betrag ab und schickt mich mit einem Augenzwinkern nach draußen. Ich hätte nicht gedacht dass Frau Schubert zu so etwas fähig ist. In diesen harten Zeiten macht die Korruption nicht einmal vor den Besten halt. Höhnisch ruft sie mir noch hinterher ich solle einen Arzt aufsuchen. Ich sähe so blass und verwirrt aus.

Im nächsten Moment sitze ich schon in der Arztpraxis. Der Arzt schnauzt mich an: es fehle an nichts. Wusste ich es doch. Am Empfang frage ich nach der Rechnung. Längeres Schweigen. Wie beim letzten mal? Gut dass ich genügend Bargeld dabei habe. 300 also? Verwirrtes Schweigen auf der anderen Seite des Tresens. Die Schwester reißt mir das Portmonee aus der Hand und zieht nach kurzem Suchen eine Plastikkarte raus. An diese Kreditkarte konnte ich mich allerdings nicht erinnern. Danach folgte noch ein Zehner (schwere Zeiten auch für die Praxisangestellten) und die Helferin ließ mich wortlos abtreten. Beim rausgehen nehme ich mir eine Broschüre mit in der neue esoterische Behandlungsmethoden angepriesen werden: Physiotherapie, Psychotherapie und Zahnprophylaxe. Sicher... und morgen kaufe ich mir meinen Weltraumflug.

Danach wird der Traum zunehmend surrealer. Plötzlich ist Sommer. Ich stehe im Supermarkt an der Kasse, aber Kreditkarten werden nicht angenommen. Panik. Ich kratze mein Bargeld zusammen und schaue auf das Display, aber die Anzeige scheint fehlerhaft. Sie spuckt absurde Zahlen im zweistelligen Bereich aus. Dabei hatte ich gerade für gut eine Woche eingekauft. Der Mann hinter mir in der Schlange scheint nicht weniger erstaunt zu sein. Allerdings auf andere Weise: Wie solle man nur diese Preise nach 10 Jahren ohne Arbeit bezahlen können, wenn einem der Staat neben Miete, Heizkosten, Arztkosten und Fernseher nur das Nötigste zum leben lasse? Mir ist bis jetzt nicht klar wovon dieser Mann eigentlich gefastelt hat. Wahrscheinlich ist "Staat" eine neue Sorte Korn und der Mann war einer der vielen Obdachlosen am Ende seines Verstandes.

Die Kassiererin hatte den Fehler bei der Abrechnung nicht bemerkt. Aber das Absurdeste folgt noch. Ich komme nach Hause und schalte den Fernseher ein. Irgendetwas stimmt nicht. Es läuft ein Nachrichtenmagazin - und das seit einer halben Stunde. Ununterbrochen. Können sich die Firmen jetzt noch nicht einmal mehr Werbung am Vormittag leisten? Ich schalte um. Wo sind hier eigentlich die christlichen Missionierungssender, Verkaufskanäle und die Todeszahlen der letzten Nacht? Ich... wo... Nein! Es ist ein Alptraum! Überall nur Dokumentationen, Opernübertragungen und explosionsarme Tatort-Folgen!

Ich erwache schreiend. Mein Bett ist durchnässt - hoffentlich nur Schweiß. Was war das nur für ein bizarrer Ort? Tatort... das muss dieses Deutschland gewesen sein von dem ich manchmal von alten Bekannten höre. Alles schien so vertraut und doch zu verrückt um wahr zu sein. Kann es einen solchen Ort geben? Wahrscheinlich nur im Traum.

Montag, 16. Februar 2009

Sunrise, Sunset

Erstaunlich wie klein die Welt doch werden kann, wenn die Abschlussprüfungen nahen. Ich stehe morgens auf, prokrastiniere eine Weile, widme mich dem Lehrstoff, bemerke irgendwann den Einbruch der Dunkelheit und lege mich dann irgendwann wieder ins Bett. Gut, das ist jetzt eher noch das Ideal. In der Realität kann man die suggerierte effektive Arbeitszeit gerne halbieren. In jedem Fall fange ich an die Welt um mich herum zu vergessen.

Ich gehe zwar täglich unter Menschen, aber die Lichter Manhattans sehe ich
eher selten, und wenn, dann auf den Weg zu meiner Lerngruppe oder Bibliothek. Bestimmt steigen gerade die hippsten Partys der Saison. Alle Bands die ich niemals sehen werde feiern Reunion in der Stadt. Alkohol, Blackjack und Frauen Freunde sind verfügbar. Die große Kulturrevolution kommt endlich zum Sieg. Aber davon werde ich nicht so bald erfahren.

Jetzt kann ich mir vorstellen wie das Leben an Orten wie New Heaven (Yale), Princeton oder in jeder anderen Unistadt sein muss, wo wenige Meter hinter der Campusgrenze Bären auf Elchjagt gehen (oder umgekehrt). Ich vermute der Erfolg dieser Bildungseinrichtungen basiert auf der Tatsache, dass niemand der durch die Zeit feutfröhlicher Collegebesäufnisse durch ist eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung findet. Da stürzt man sich gerne in die Forschung und gewinnt Nobelpreise nur um für die Verleihung mal vom Campus runter zu dürfen.

Meine Welt ist zwar auch auf den Raum zwischen Apartment, faculty building und Bibliothek geschrumpft, aber wenigstens treffe ich dazwischen in der U-Bahn auf den Charme einer multikulturellen, pluralen, polykriminellen Großstadt. In Yale kann man froh sein, wenn der Hausmeister einen kanadischen Akzent hat. Gut zu wissen, dass es immer jemanden gibt den es schlimmer erwischt hat.

Sonntag, 1. Februar 2009

Warum Blogs?


Die Frage sollte vielmehr lauten: warum Bloggen? Wahrscheinlich ist es tatsächlich die Tätigkeit des Schreibens und Kommentierens die die eigentliche Faszination für mich ausmacht, weniger die Endprodukte die man zu Gesicht bekommt. Vermutlich wird im Netz ohnehin mehr geschrieben als gelesen.

Einer meiner Professoren meinte einst auf die Frage was Wissenschaft eigentlich ausmache, dass es nicht darum gehen könne irgendeine Wahrheit zu finden, die Welt zu verändern, oder sich zu verewigen. Der Forscher treibt mit dem was er tut seine eigenen Dämonen aus.

Die einzigen Dämonen die mir heute vor die Augen gekommen sind waren auf der Rückseite meiner Count Chocula Packung. Trotzdem hat dieser Gedanke sein Schönes - auch im Hinblick auf das Bloggen. Ich habe mir diesmal weniger Regeln auferlegt und weniger Pläne geschmiedet im Hinblick darauf was ich hier präsentieren will und welches Publikum ich erreichen will. Aber gerade das macht es für mich spanend. Ich wollte wieder eine Ausgangsbasis für Ideen und Projetke haben die ich schon seit geraumer Zeit und erst recht seit der Funkstille Ende letzten Jahres realisiern wollte.

Dies ist kein deconstructingalex 2.0. Dieses Blog ist nicht nur tot, sondern hat auch schon angefangen streng zu riechen. Manche Leute würden sagen das liegt an meinem Stil, aber das ist was anderes. Alle früheren Leser die mich treu durch mein erstes Jahr in New York City begleitet haben möchte ich einladen auch die nächste Phase mit mir gemeinam durchzustehen. Seit aber gewarnt, die meiste Beiträge auf deconstructingalex hätten hier nichts verloren und vieles von dem was ich hier anbieten möchte wäre dort vis-á-vis Fehl am Platz gewesen. Aber was das alles bedeutet wird sich noch zeigen. Kirschen pflücken mit Oma kann ich jedenfalls anderswo.

Dazu kommen auch ganz profane technische Erwägungen. Wordpress und das Design Template auf meinem alten Server haben mich genervt und sehr viel Zeit gekostet. Man glaubt gar nicht wie vieles bei einem Blog nicht funktionieren kann. Das Meiste, meistens. Daher genieße ich es jetzt einen Schritt zurückzutreten und mich dem Evil Empire Blogger und seinen technischen Beschränkungen zu fügen. Das bedeutet weniger Freiheit, dafür aber mehr Zeit zum Texte schreiben. Das alte Blog und die Domain werden noch bestehen bis mein Vertrag mit dem Anbieter ausläuft.

Also, alles neu macht der, öhm... Januar. Ich gelobe, dass dies die vorerst letzte reflexive Selbstbeweihräucherung bleibt.