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Samstag, 11. Juli 2009

Die Domestizierung des Mannes


Welche Frau wünscht sich das nicht -- den Tiger für's eigene Schlafzimmer (schwarze Lederschuhe und dicker Mann nicht im Paket enthalten). Sehr gut geeignet für alle Ehemänner die nicht nur im übertragenden Sinn als Bettvorleger enden wollen.

Aber was es mit dem Elefanten auf sich hat, muss mir nochmal jemand erklären...

Sonntag, 28. Juni 2009

Deep-fried Utopia

Ich habe vom Dessert der Götter gekostet. Amerikanisches Süßwerk trifft in einem kosmischen Spektakel auf britische Frittiertechnologie. Wie sonst könnte hochverdichtetes Nugat, zarte Vollmilchschokolade und dickflüssiges Karamell in Riegelform gepresst und in einen knusperfett-angereicherten Atomschlag gegen die Ernährungspyramide verwandelt werden?

Die heilige Dreifaltigkeit:

1. deep-fried Twinkie. Der verlängerte Finger Gottes. Der feine Twinkieteig ertränkt sich in Öl, nur um in Puderzucker und Preiselbeersoße seine Wiederauferstehung zu feiern.

2. deep-fried Snickers. Die Ode an die Freude unter den Desserts. Eine Hymne an die vollkommenste aller Nüsse (die Erdnuss), komponiert aus geschmolzenem Nugat und schokoladigen Wonnen.

3. deep-fried Bounty. Ein Urlaubsersatzriegel in sündhaft-knusprigem Friettiermantel. 5 Sterne Gaumenservice, einschließlich Schoko-Kokos Orige. Alles one-way.

Wenn Deep-frying offiziell den Status einer Religion zugesprochen bekommt, gehe ich unter die Fundamentalisten. Auf der Tischdecke sieht man übrigens Fotos aus Lady Dianas Leben. Rechts mit Pavarotti, darunter auf ihrer Beerdigung. Ob die beiden hier gespeist haben?

Dienstag, 23. Juni 2009

Die Farbe Rosa (introducing: g-trouble)

Was stimmt mit diesem Bild nicht? Kleiner Tipp: es ist nicht der Kalauer im Namen des Produkts. Der ist großartig. Mich plagt die Frage wozu Frauen eine eigene Ohrstöpselmarke brauchen. Worin könnte der Unterschied zu ihrem männlichen Pendant liegen?

Laut Verpackung handelt es sich bei Sleep Pretty in Pink um eine besonders weiche und geschmeidige Ausführung. Wie allgemein bekannt ist, tendieren Männer dazu sich besonders harte und kantige Objekte in ihre Körperöffnungen einzuführen. Da Steine vielen Kunden zu zerbrechlich waren, hat Hearos die "Extreme Protection Series" eingeführt. Die Blauen Pfropfen schützen das Trommelfell, können aber auch im Ernstfall spielend als 11 mm Projektile in der hauseignenen Desert Eagle .50 AE zum Einsatz kommen. So ist Man(n) für jede Lebenssituation gut gerüstet.

Eine Frau hat dagegen andere Bedürfnisse. Neben dem eleganten Design in Rosa, welches selbst ein karges Mauerblümchen bei jeder Pyjama-Party garantiert in eine Beauty Queen verwandelt, bieten Sleep Pretty in Pink natürlich auch technische Vorteile. Die Stöpsel wurden aus einem speziellen Mikrofaserschaum gefertigt, der einzig zu dem Zweck entwickelt wurde penetrante Schnarchsignale des Partners zu blockieren. Röhrende, schnorchelnde und sägende Laute werden sanft ausgeblendet, während die Frequenzbereiche frauenrelevanter Dinge--wie der Herdalarm und die schreienden Kinder--zusätzlich verstärkt werden.

Der nächste Valentinstag gehört mir!

Montag, 15. Juni 2009

Eat Your Local Heros


Es ist wahr, in Krisenzeiten müssen wir alle unsere Opfer bringen. Nachdem bereits die sterblichen Überreste des früheren Papstes ihrer profanen Bestimmung zugeführt (und mit Coke nachgespült) wurden, ist es nun an den furchtlosen Wächtern der Stadt, den Bewohnern ihre helfende Hand (und saftige Keule) zu reichen. Ein wenig zäh hat das Sandwich schon geschmeckt, mit leicht erhöhtem Bleianteil und moralistischem Beigeschmack. Andererseits gab es Honig-Senf Soße dazu. Für $7.95 unschlagbar. Wo steckt eigentlich Robin, wenn man ihn braucht?

Mittwoch, 13. Mai 2009

Return to Thunder Mountain


Der Sommer hat auch sein gutes. Nachdem ich mich vermehrt über diese Jahreszeit entrüstet habe, muss ich zugeben, dass man viele Dinge am besten bei sonnigem Wetter macht. Rumballern, zum Beispiel. Zugegeben, der Staat New York stellt sich mit Schusswaffen etwas weinerlich an. Was würden wir da ohne den netten Nachbarn westlich des Hudson River tun? New Jersey, das Brandenburg der Ostküste, bietet das geladene und entsicherte Naturerlebnis für die ganze Familie.

Die Butterbrote sicher unterm Sitz verstaut, mache ich mich mit ein paar Bekannten auf den Weg über die George Washington Bridge hinein in die Freiheit. Die Stimmung ist gut, zwei meiner Mistreiter feiern mit diesem Ausflug ihren Geburtstag. Nach einer Stunde Fahrt signalisiert ein großesformatiges gelbes Schild das nahende Ziel. Normalerweise nehme ich nur ungern Abfahrten mit Namen wie "Thunder Mountain" (selbiges gilt für "Death Valley" und "Plains of Pain"), aber das Fadenkreuz in der oberen Ecke des Verkehrszeichens erweckt mein Vertrauen.

Angekommen im Besucherzentrum der weiträumigen Anlage, fühle ich mich gleich wie zuhause. Die Einrichtung versprüht rustikalen Berghüttencharme. Das Muttchen am anderen Ende der Theke fragt ob sie uns nicht ein paar Kekse und eine Tasse Kaffee bringen kann. Ich lehne höflich ab. Kekse habe ich auch zuhause. Mit warmem Lächeln will sie wissen welche Munition es denn sein soll. Ich frage ob der Laden auch die neuen Organschredderprojektile führt, von denen man so viel im Fernsehen hört. Leider nein, aber ich könne nächstes mal gerne meine eigene Munition mitbringen, solange ich keine internationalen Menschenrechtskonventionen verletze.

Im kaminbeheizten Warteraum vergehen die Minuten bis unser Instructor eintrifft. Ich schmökere in einer älteren Ausgabe von Ducks Unlimited. Ich erfahre, dass Pine Acre Labrador Retrievers zu den beliebtesten Jagdhunden gehören, weil sich schon die Welpen das meiste selbst beibringen und alles tun um ihr Herrchen zufriedenzustellen. Also ganz anders als mit den eigenen Kindern.

Für diesen Nachmittag begnügte ich mich damit auf bewegliche orangefarbene Scheiben zu schießen. Als mir beim ersten ungeschickten Feuerversuch der Rückstoß fast das Gebiss ausschlägt, muss ich mich fragen wie so viele Amerikaner den Sommer ohne Krankenversicherung überstehen. Zwischenfälle gab es aber sonst keine. Niemand hat dem anderen ins Gesicht geschossen. Das soll ja selbst bei erfahrenen Jägern öfters mal vorkommen. Ein rundum gelungener Sonntag also.

Freitag, 8. Mai 2009

Sympathy for Evil Spacemonsters (Star Trek XI)

Ich war gestern in der US-Premiere von Star Trek und wurde nicht enttäuscht. Amerikanische und deutsche Medien waren sich bereits einig: Zum ersten Mal konnte sich die USS Enterprise aus dem betäubenden Mief des Franchise herausmanövrieren. Zu sehen ist nicht weniger als eine grandiose, laut-polternde Kino-Revolution! In einer Zeit in der Filme von Alleinunterhaltern wie Michael Bay und Jerry Bruckheimer mit zerebralem Dünkel jeden Normalsterblichen gelangweilt aus dem Kinosessel rollen lassen, blieb J.J. Abrams der bildstürmerischen Linie der "Star Trek"-Schöpfer treu.

Abrams setzte sich zwischen alle Stühle indem er beliebte Pop-Motive wie die humanistische Mission, ethische Dilemmata und unorthodoxe soziale Rollenmuster opferte. Statt dessen riskierte er mit technisch brillanter Bildgewalt, schneller Action und heißen Kurven einen kommerziellen Fehlschlag. Aber ich denke sein Mut wird sich an der Kinokasse auszahlen. Er hat das Franchise zu seinen Wurzeln zurückgeführt: weiße Posterboys geben fiesen Spacelords ordentlich eins auf die Fresse.

Montag, 20. April 2009

Doggy Bag

Hunde, einst zähnefletschende Raubtiere, haben sich dem modernen Leben ihrer Domestizierer angepasst. Ihr Lebensraum: die Handtasche wohlparfümierter fashion-victims. Doch nun sehen sich die mittlerweile bis zur evolutionären Unkenntlichkeit gestraften Tiere mit einem neuen Eindringling konfrontiert: der Hund-gewordenen Handtasche.
Tierschützer befürchten, dass die aus Bangladesh eingeführte Spezies verheerende Auswirkungen auf die lokale Handtaschenhunde-Population haben könnte. Eine seltene Mutation (Reißverschluss auf der Rückenseite und Mangel an inneren Organen) hat die tragbaren Lebensbegleiter auf die Alltagserfordernisse ihrer Besitzer perfekt abgestimmt. Die weniger angepassten "konventionellen Hunde" werden, so vermuten Umweltexperten, bereits in wenigen Jahren aus ihrem Marktsegment Lebensraum verdrängt worden sein.

Die einzige Hoffnung gemeiner Kreaturen wie dem Mops oder Chihuahua besteht in der Ausbreitung in andere Umweltnischen oder der Symbiose mit den zuweilen etwas leblos wirkenden Artverwandten. Postings bisheriger Sichtungen sind erwünscht.

Dienstag, 31. März 2009

Sacrilicious

Irgendwas an diesem Schaufenster erregte meinen Verdacht. Leider bin ich der polnischen Sprache nicht mächtig, aber es gibt ja nur eine beschränkte Anzahl an Erklärungsmöglichkeiten was Papst Johannes Paul II. mit dem Slogan "Hot Food to Go!" verbindet.

Einge Theorien:

1. Der Papst hat hier vor seinem Tod des öfteren diniert und diesem kulinarischen Himmel auf Erden seinen Segen erteilt. --- Sehr unwahrscheinlich. Nicht nur hat hier der Kaffee geschmeckt wie aufgekochte Blumenerde, die Preise für diese Nachbarschaft waren auch viel zu hoch und überhaupt hat der Papst sicher sein eigenes "Deli" Bistro im Schlafzimmer. Wenn Tommy Lee sein eigenes Starbucks im Haus hat, dann hat der Papst seinen eigenen Deli.

2. Das Essen hier wird vom Papst serviert/gesegnet und ist deswegen immer heiß und besonders schmackhaft. --- Auch sehr unwahrscheinlich. Johannes Paul II ist doch schon längst tot! Das wäre den Anwohnern doch aufgefallen, wenn im Schaufenster mit etwas geworben werden würde das gar nicht stimmt. Vor allem weil hier doch so viele polnische Einwanderer leben. Nein, nein, es muss etwas anderes sein.

3. Der heilige Leib des Papstes selbst wird hier zum Verzehr angeboten. --- Das muss es sein! Nicht nur ist der Papst verstorben und daher nicht mehr in der Lage sich selbst zu verteidigen. Vielmehr heißt es auch in der Bibel "das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird“ (O-Ton Jesus), neben "schmecke deinen Nächsten". Was für ein skandalöser Fund! Und niemand außer mir hat es bemerkt. Johannes Paul II. war ein Papst des Volkes. Es wird den Vatikan nicht sonderlich erfreuen zu sehen wie eine kleine polnische Gemeinde in Ridgewood, NY sein delikates Andenken für sich allein beansprucht!

Freitag, 20. März 2009

A Perfect Day To Chase Tornados

Der moderne Mensch--mit seinem Lebensraum zwischen klimatisiertem Einfamilienhaus, klimatisiertem Auto, klimatisiertem Bürogebäude und klimatisiertem Department Store--mag nur noch selten den Kontakt mit der so genannten "Natur" pflegen. Sie meldet sich ja auch nur wenn sie was will.

Allerdings bedeutet dieses Dasein nicht Isolation vom anmutigen Spiel der Naturkräfte. Im Gegenteil, die Wirtschaft selbst ist längst so weit zu wissen was draußen als nächstes passiert, vielleicht sogar bevor die Natur es selbst weiß. Der "umweltbewusste" Unternehmer von heute hat sich auf die wechselnden Gegebenheiten eingestellt und gut daran verdient.

Von dieser prophetischen Macht profitiert die ganze Menschheit. Ich weiß dass es regnen wird, wenn vor meiner Haustür Regenschirme verkauft werden. Je nach Preis kann ich ablesen wie stark der Regen sein wird. Wenn die großen 20 Liter Wassertanks und survival-sized Dosen Mais im Eingangsbereich meines Supermarktes stehen, ist es Zeit die Wäsche reinzuholen. Ähnlich verhält es sich mit den Jahreszeiten. Wenn die unterbezahlten Regalpacker die ersten Lebkuchen stapeln, weiß ich: der Sommer ist bald vorbei.

Nicht anders ist es im Fall des Osterfestes:
Damit ist es amtlich. Das Ende des Winters naht. Es muss so sein, denn während Meterologen und Vögel regelmäßig daneben liegen und nach zu zeitiger Rückkehr aus südlichen Gefilden überraschend erfrieren, müssen es die Hersteller von Plüschhasen, Bermudashorts und Einweggrillgestellen besser wissen. Seit hunderten Jahren im Geschäft, wissen sie wie die Welt tickt. Oder die Natur richtet sich mittlerweile nach ihnen und verdient heimlich mit.

Mittwoch, 25. Februar 2009

Steal This Film 2.5

Zum Anlass des aktuell laufenden Prozesses gegen den Bittorrent Tracker The Pirate Bay haben die Macher von Steal This Film den zweiten Teil ihrer Reihe erweitert und gratis zum legalen Download bereitgestellt.

Alle die diese Dokumentation über die sozialen Folgen neuer Medientechnologien und daran anschließende rechtliche Implikationen noch nicht kennen, kann ich beide Steal This Film Teile wärmstens ans Herz legen. Es kommen vor allem (teils namhafte) Experten zu Wort die die aktuelle Gesetzeslage in Westlichen Staaten im Zeitalter der medialen und kreativen Revolution als veraltet erachten.

Problematisch ist allerdings dass Labels und Künstler nicht wirklich zu Wort kommen. Das gibt dem ganzen so eine nette armchair philosophy Atmosphäre die man sonst nur aus Seminaren kennt.

Der Form halber sei an dieser Stelle den Betroffenen trotzdem das Wort erteilt:




Donnerstag, 5. Februar 2009

Human Amusements at Hourly Rates


Ich weiß was sich einige konsumkritische Zeitgenossen jetzt denken werden. In Wahrheit ist der amerikanische Shopping-Eklektizismus aber ein wahrer Segen. Ich muss nicht mehr zu drei verschiedenen Regalen oder gar in drei verschiedene Läden rennen um mir die besten Halloween-Schocker, die Mozart Sammlerbox und die Greatest Hits der 80s zuzulegen. Ich habe mir natürlich gleich alle drei einpacken lassen.