
Die Frage sollte vielmehr lauten: warum Bloggen? Wahrscheinlich ist es tatsächlich die Tätigkeit des Schreibens und Kommentierens die die eigentliche Faszination für mich ausmacht, weniger die Endprodukte die man zu Gesicht bekommt. Vermutlich wird im Netz ohnehin mehr geschrieben als gelesen.
Einer meiner Professoren meinte einst auf die Frage was Wissenschaft eigentlich ausmache, dass es nicht darum gehen könne irgendeine Wahrheit zu finden, die Welt zu verändern, oder sich zu verewigen. Der Forscher treibt mit dem was er tut seine eigenen Dämonen aus.
Die einzigen Dämonen die mir heute vor die Augen gekommen sind waren auf der Rückseite meiner
Count Chocula Packung. Trotzdem hat dieser Gedanke sein Schönes - auch im Hinblick auf das Bloggen. Ich habe mir diesmal weniger Regeln auferlegt und weniger Pläne geschmiedet im Hinblick darauf was ich hier präsentieren will und welches Publikum ich erreichen will. Aber gerade das macht es für mich spanend. Ich wollte wieder eine Ausgangsbasis für Ideen und Projetke haben die ich schon seit geraumer Zeit und erst recht seit der Funkstille Ende letzten Jahres realisiern wollte.
Dies ist kein
deconstructingalex 2.0. Dieses Blog ist nicht nur tot, sondern hat auch schon angefangen streng zu riechen. Manche Leute würden sagen das liegt an meinem Stil, aber das ist was anderes. Alle früheren Leser die mich treu durch mein erstes Jahr in New York City begleitet haben möchte ich einladen auch die nächste Phase mit mir gemeinam durchzustehen. Seit aber gewarnt, die meiste Beiträge auf deconstructingalex hätten hier nichts verloren und vieles von dem was ich hier anbieten möchte wäre dort vis-á-vis Fehl am Platz gewesen. Aber was das alles bedeutet wird sich noch zeigen. Kirschen pflücken mit Oma kann ich jedenfalls anderswo.
Dazu kommen auch ganz profane technische Erwägungen.
Wordpress und das Design Template auf meinem alten Server haben mich genervt und sehr viel Zeit gekostet. Man glaubt gar nicht wie vieles bei einem Blog nicht funktionieren kann. Das Meiste, meistens. Daher genieße ich es jetzt einen Schritt zurückzutreten und mich dem Evil Empire
Blogger und seinen technischen Beschränkungen zu fügen. Das bedeutet weniger Freiheit, dafür aber mehr Zeit zum Texte schreiben. Das alte Blog und die Domain werden noch bestehen bis mein Vertrag mit dem Anbieter ausläuft.
Also, alles neu macht der, öhm... Januar. Ich gelobe, dass dies die vorerst letzte reflexive Selbstbeweihräucherung bleibt.